Deutschland wird zur Kampfzone

Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin.

So ein populärer Spruch der Friedensbewegung der 80er Jahre. Weggelassen wurde der von Brecht stammende zweite Teil des Zitats:

Dann kommt der Krieg zu euch. Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt und lässt andere kämpfen für seine Sache, der muss sich vorsehen. Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal den Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will. Denn, es wird kämpfen für die Sache des Feinds, wer für seine Sache nicht gekämpft hat.

Wie recht sie doch hatten, die Friedens-Utopisten, die sich im Auge des Orkans des Kalten Krieges so richtig schön in ihrer kindlichen Naivität suhlen konnten.

40 Jahre später ist die Welt eine andere, der Spruch aber hat immer noch Gültigkeit. In Syrien und im Irak ist ein Terrorregime im Namen einer Steinzeit-Religion entstanden, wie es die Welt bisher selten gesehen hat. Bei dem Kopfabschneiden vor laufender Kamera, Völkermord, Vergewaltigung und Vertreibung zum guten Ton gehört.

Es sind die Todfeinde jeder Menschenrechtskonvention, jedes demokratischen Gedankens. Dieser Feind kennt nur eine Sprache.
Es wäre jetzt spätestens an der Zeit, den hehren Worten von der gestiegenen Verantwortung und dem militärischen Engagement auch Worte folgen zu lassen.

Andere gehen hin. Gegen diese Feinde der Menschheit ist eine breite Allianz entstanden. Vorneweg die viel gescholtenen Amerikaner, traditionsgemäß mit Großbritannien an der Seite. Aber auch militärische Großmächte Holland, Dänemark, Australien. Sie alle lassen ihren Worten Taten folgen.

Von Deutschland kommt: Nichts. Genauer gesagt fast nichts. Konnte man sich doch durchringen, etwas militärisches Altmetall an die im schweren Abwehrkampf stehenden Kurden zu verschicken. Wirklich beeindruckend!

Mehr geht aber auch nicht. Die Bundeswehr ist in einem so katastrophalen Zustand, dass nicht mal mehr elementare Zusagen an die NATO eingehalten werden können.

KurdenprotesteUnd so kommt der Kampf eben zu uns. In Form gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken, zwischen Jesiden und Kurden, in Form von Muslimen gegen Juden. In Form von Muslimen gegen die Polizei. Auf deutschen Straßen und Plätzen.

Wäre es da nicht höchste Zeit für die vielfach eingeforderte Zivilcourage? Aber seltsam, man hört gar nichts von den Berufsempörten und Einforderern, von Claudia Roth über Margot Käßmann bis hin zu Wolfgang Thierse.

Ah richtig, passt nicht ins Weltbild. Ersten ist es nicht das eigene Volk, dass man da maßregeln kann, zweitens ist das Ganze doch mit einem gewissen Risiko verbunden. Nichts für Salon-Gutmenschen mit ihrer Latte-Macchiatto-Arroganz.