Alternativlos pleite

Der Milliarden-Poker um weitere Hilfsgelder für Griechenland geht wohl in die letzte Runde. Schon 2001 nur durch Lug und Betrug zur Eurowährung gelangt, haben die Griechen ihre Art zu Wirtschaften nie geändert und sind damit glatte 14 Jahre durchgekommen.

PokerAlle am Tisch haben enorme Einsätze getätigt, jetzt traut sich keiner das Spiel zu beenden. Die EZB nicht und hat daher diese Woche  „Notkredite“ in Höhe von 2 Milliarden Euro freigegeben.
Die Geldgeber -insbesondere Deutschland- nicht, weil enorm viel Geld an Griechenland geflossen ist, dass dann endgültig verloren wäre.
Die griechische Regierung wiederum will die Schuld am „Grexit“ den anderen in die Schuhe schieben. Dabei sind die Griechen gut vorbereitet. Größere Privatvermögen sind längst außer Landes, kleinere Vermögen in bar gebunkert.

Die Griechen wissen zudem, dass die anderen Europäer sich nicht einfach abwenden können. Schließlich ist und bleibt Griechenland Mitglied der Europäischen Union und auch der NATO. Mit der Ukraine-Krise ist den Griechen neues Druckpotential zugefallen und tatsächlich hat die griechische Regierung hat in jüngster Vergangenheit Fühler Richtung Russland ausgestreckt. Putin war das mehrere Milliarden wert. Verbindungen bestehen obendrein durch die Orthodoxe Kirche beider Länder.

Mit dem Ausscheiden der Griechen hat die Kanzlerin ein Problem: Wie steht es um die Alternativlosigkeit, dem Begriff, der ihre KanzlerInnenschaft entscheidend mitprägt? Wie soll sie die Viertelbillion dem Volk verkaufen, die unwiederbringlich verloren ist?
Das wäre ungünstig für die Geschichtsbücher und darum ist nicht auszuschließen, dass Merkels Adlatus Schäuble vor dem dreisten Verhalten der Griechen nochmal einknickt. Denn auch er ist seit dem Beginn der Krise 2009(!) immer wieder mit Durchhalteparolen aufgefallen, die sich kurze Zeit später als leere Versprechungen herausgestellt haben.

Für Merkel steht zudem noch die Idee von Europa auf dem Spiel, wie sie vorgestern nochmal vor dem Bundestag kundtat: Der Euro sei weit mehr als eine Währung.

Genau hier liegt der Kardinalfehler. Die Europäer wollen ökonomisch eng zusammenwirken, sie fühlen sich kulturell miteinander verbunden, durch die gemeinsame Geschichte, durch ihre Art zu leben.
Die Vereinigten Staaten von Europa wollen sie nicht. Die heutige Wahl in Dänemark beweist das erneut.