Das ist nicht zu stemmen

Gestern meldet der SPIEGEL, dass die EU-Prüfer für Griechenland einen erneuten Schuldenschnitt vorschlagen dürften. Den Erfahrungen der letzten Euro-Krisen-Jahre folgend, wird auch das noch zum Wohle Deutschlands erklärt werden. Damit vergreift sich das kollabierende Euro-System in Gestalt von Bundesfinanzminister Schäuble erstmals direkt an des Steuerzahlers hart erarbeitetem Gelde.

Darüber kann man mittlerweile nur noch nervös lachen.

Die Hälfte der Bundesbürger –Neusprech: Bewohner- dieses Landes beziehen in irgendeiner Weise Transferleistungen, zahlen also nicht mehr ein, sondern nehmen. Die Mehrheit nimmt zu Recht, weil sie vorher gegeben hat, Rentner etwa oder unverschuldet in Not geratene. Ein wachsender Teil aber nimmt, ohne jemals gegeben zu haben. Dank einer mächtigen Sozial-Lobby.

Dazu eine interessante Zahl. Würde man die Staatsschuld von aktuell 2.000.000.000.000 Euro in 100 Euro-Scheinen (0,1 mm dick) übereinander stapeln, der Stapel würde von Sonthofen nach Flensburg und wieder zurück reichen.

Teile der so genannten Funktionseliten glauben, das wäre kein Problem. Nähmen wir es den Reichen, es wäre für alle genug da. Leider funktioniert das nur auf einer Insel. In der globalisierten Welt kann großes Geld in Sekunden einen sicheren Hafen anlaufen.

Da bleibt nur die Mittelschicht. Folglich wird diese seit Jahren in beispiellosem Maße geplündert. Weil sie keine Lobby hat. Dabei hat gerade diese Schicht der Bundesrepublik jahrzehntelange Stabilität beschert. Wenn diese ausgetrocknet ist, dann wankt der ganze Staat.

Dass die Bundesrepublik aktuell dennoch hervorragend dasteht, ist einer Verzehrung der Substanz zu verdanken, einer Mobilisierung aller noch vorhandenen Kräfte, die in der Vergangenheit geschaffen wurden. Diese extrem leistungsfähige Alterskohorte sieht aber bereits die Ziellinie des Ruhestands. Dann wird die demographische Lage voll zuschlagen, diese darf getrost als katastrophal bezeichnet werden. Anstatt massiv gegenzusteuern wird jetzt über die Chancen im Alter schwadroniert.

Dabei greift schon jetzt der Gerontokratie-Effekt. Niemand wird mehr Politik gegen die wachsende Schicht der älteren Bevölkerung machen, gerade heute hat die SPD für den Fall ihrer Wahl eine Rentenreform beschlossen. Der Rentenbeitrag für die Jungen soll dafür auf 22% anwachsen. Die CDU wird nachziehen, das ist sicher wie das Amen in der Kirche.

Sind die Jungen dafür gerüstet? Nein, nicht mehr. Nicht genug, dass diese Gruppe exponentiell schrumpft. Das Niveau der allgemein bildenden Schulen sinkt seit Jahrzehnten in ungeahnte Tiefen. Mittlerweile ist man beim unteren Fünftel froh, wenn die Schüler am Ende ihrer Schullaufbahn einfache Texte verstehen und Grundrechenaufgaben lösen können. Oft gelingt nicht mal mehr das, eine Berufsfähigkeit ist immer weniger gegeben. Dabei sind es die Jungen, die den pervertierten Sozialstaat irgendwie im Lot halten sollen.

Eine gezielte, der Gesellschaft angepasste Zuwanderung hat ebenfalls nie stattgefunden, umso größer war die in die sozialen Netze. Die Ideologie des Multi-Kulti löste sich aktuell in Gewaltorgien auf.

Und in dieser Lage glaubt Herr Schäuble, dem Volk ganz Südeuropa aufbürden zu können.

Man hofft inständig, dass das alles gut geht, glauben kann man es nicht mehr.