Diese Sachsen!

Über die Sachsen weiß jeder Nicht-Sachse zu berichten. Meist nichts besonders schmeichelhaftes, meist verbunden mit genervtem Augenrollen. Es ist für einen Sachsen halt auch schwer, in der Masse unterzutauchen. Sein eigentümliches Idiom verrät ihn sofort. Ein eigenwilliges Völkchen, diese Sachsen.

Gut, dass es sie gibt!

Dass Luther die Hetze Roms überlebt hat, verdanken wir den Sachsen. In der Völkerschlacht 1813 haben die Sachsen zwar als letzte deutscher Stamm die Kanonen gegen Napoleon gewendet – während der Schlacht. Aber das hat die entscheidende Wende gebracht.
Schließlich haben wir den Sachsen die größte Sternstunde unter vielen dunklen Stunden des vergangenen Jahrhunderts zu verdanken.

Es waren die Sachsen, die den Mut zu den Montagsdemos aufgebracht haben, der Anfang vom Ende der DDR.

Die Sachsen & PEGIDA

Jetzt sind es wieder die Sachsen, die unter dem Akronym PEGIDA auf die Straße gehen. Einer umfassenden Kritik des Phänomens PEGIDA und seiner Teilnehmer hat Roland Tichy in seinem Blog unterzogen, auf den hier verwiesen sei.

Es ist in jeder Hinsicht logisch, dass die größten Proteste dieser Art in Dresden ihren Ausgang finden.

Die Menschen im vermeintlichen Tal der Ahnungslosen haben über Jahrzehnte sehr feine Fühler dafür entwickelt, wer sie belügt. Nicht zuletzt findet sich in Sachsen eine noch einigermaßen homogene Bevölkerung, die Gesellschaft ist noch nicht komplett fragmentiert.

PEGIDAWo in den Großstädten der alten Bundesländer sind solche Demonstrationen noch denkbar?
Etwa in Köln? Mit 120.000 Muslimen, 45 Moscheen, darunter die größte Deutschlands. Etwa in Berlin mit seinen 250.000 Muslimen? Oder in Hamburg, unter 120.000 Muslimen, die bei den jüngsten Zusammenstößen bewiesen haben, wie schnell sie zum Dönermesser greifen.

Dass in Sachsen der Anteil der Muslime gering ist, wird den Demonstranten sogleich zum Vorwurf gemacht. Das heißt im Umkehrschluss, dass man gar nicht gegen etwas demonstrieren darf, was einen (noch) nicht betrifft. Da wird natürlich jede Anti-Kriegsdemo fragwürdig.

Was die Sachsen mit uns Restdeutschen eint: Seit mittlerweile anderthalb Jahrzehnten dürfen wir allabendlich die Segnungen des Islam auf dem Bildschirm sehen. Von 9/11 über die vielen Anschläge in allen Erdteilen mit tausenden Opfern bis zu den täglichen Enthauptungsvideos aus Syrien. Und immer öfter in der Nachbarschaft, denn die Täter beim wöchentlichen Einzelfalltotschlag verbindet immer eines, ihre Konfession.

Verrohung von Politik & Medien

So breit wie heute war der Graben zwischen Medien & Politik auf der einen und dem Volk auf der anderen Seite wahrscheinlich nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Volk spaltet sich ab.
Medien & Politik reagieren reflexartig auf die Demonstrationen. Neben den üblichen Beschimpfungen, Diffamierungen und Beleidigungen wird von Seiten der Politik auch gleich der Verfassungsschutz ins Spiel gebracht. Nur könne der leider noch nicht tätig werden. Aber die Drohung steht schon mal im Raum und bestimmt wird sich was finden.

In der Gesamtschau ist hier eine neue Stufe der Verrohung der Politik zu beobachten.

Die Väter des Grundgesetzes haben das Recht zum Widerstand in den Artikel 20 des Grundgesetzes verankert, weil sie erlebt haben, wohin eine totale Verrohung der Politik führt. In der DDR sind die Menschen aufgestanden, weil sie die Verrohung ihrer roten Diktatoren nicht länger ertragen konnten.

PEGIDA mag ein kurzzeitiges Phänomen sein, das schnell fertiggemacht werden kann, weil eine charismatische Führungsfigur fehlt. Aber der aktuell noch leise Aufstand im Volk wird nicht mehr totzukriegen sein, wenn nicht in dieser Form, dann in einer anderen. Was sich seit Jahren im Kollegenkreis, in Verwandtschaft und Bekanntschaft, in Internetforen aufgestaut hat, treibt die ansonsten schafsgeduldigen Deutschen auf die Straße.

Und vorneweg: Die Sachsen! Sie haben den einen Unrechtsstaat weggewischt, sie haben das Potenzial, jetzt auch den Unrechtspolitiker empfindlich in die Parade zu fahren.

Die zögerlichen  Restdeutschen können froh sein, den mutigen Stamm der Sachsen zu den Seinen zählen zu können.