Eine schwache Truppe

Mehrere Meldungen zur Bundeswehr am Wochenende. Da ist zum einen der Bericht des Wehrbeauftragten. Tenor: Die Truppe ist überlastet. Immer weniger Soldaten, immer mehr Einsatzorte und dann sowas!
Dann will sich die Truppe bewaffnete Drohnen zulegen. Zeitgleich will EURO-Minister Schäuble auf Biegen und Brechen einen ausgeglichenen Haushalt. Den größten Beitrag mit 2 Milliarden Euro soll dabei der Verteidigungsetat liefern.

Von außen wachsen derweil die Erwartungen an die Bundeswehr. Die Zeiten der Scheckheftdiplomatie sind endgültig vorbei. Die Partnerländer wollen deutsche Stiefel an den Brennpunkten sehen und haben schlicht keine Lust mehr auf deutsche Befindlichkeiten bezüglich des Einsatzes von Soldaten.

Das passt nicht zusammen.

Es passt vieles nicht mehr zusammen. Die Bundeswehr ist mittlerweile ein Wrack, eine Miliz mit Flugzeugen vielleicht noch, aber sicher keine Armee mehr. Lächerlich für einen 80-Millionen Industriestaat.

Aber es gibt zwei Hauptursachen:

  1. Eine jahrzehntelange Negativ-Auslese bei der Rekrutierung der oberen Führungsebene.
    Ein Stabsoffizier durchläuft in etwa folgende Ausbildung: Grundausbildung, Ausbildung zum Offizier, 3-4 jähriges Studium an einer der beiden Bundeswehruniversitäten. Inhalt des Studiums ist nicht etwa Angriff, Verteidigung oder Logistik. Es können Studien vom Pädagogen bis zum Bauingenieur getätigt werden.
    Danach (nach 5-6 Jahren) hat der Offizier erstmals dauerhaft Kontakt zur Truppe. Da ist die Hälfte seiner Dienstzeit von 12 Jahren um.Spätestens im letzten Jahr seiner Dienstzeit muss der Soldat eine Entscheidung treffen. Entweder er schaut sich auf dem zivilen Arbeitsmarkt um. Dass tut er, wenn seine Fähigkeiten dafür ausreichen. Reichen die eher nicht -z.B. weil er sein Studium nicht bestanden hat- wird er sich um ein Verbleiben bei der Bundeswehr bemühen. Und dann steigt er in die höhere Laufbahn als Stabsoffizier auf. Sicher, einige bleiben auch, weil ihnen der Soldatenberuf gefällt. Insgesamt sind das aber viel zu wenige.Das Ergebnis sind dann Vorgesetzte wie dieser hier. Der hat mit gestandenen Feldwebeln Lehmbatzen geformt, um sie auf Tod und Verwundung vorzubereiten. Danach ist er in einen buddhistischen Tempel gegangen, um an seinem Chakra zu arbeiten. Es fröstelt einem bei dem Gedanken, dass so ein Weib ein Einsatzkontingent führt.

II. Das ambivalente Verhältnis der Politik zu seinen Streitkräften.

Von Anfang an stand die Bundeswehr unter (über)-kritischer Beobachtung. Ohne Zweifel ist die Bundeswehr ein Kind der Wehrmacht. Woher hätten 1956 Fachwissen kommen sollen, wenn nicht von ehemaligen Wehrmachtsoldaten? Dieses Erbe wird heute verteufelt, Kasernen werden auf Initiative des linken Parteienspektrums en Masse umbenannt, auch wenn sich die Namensgeber untadelig verhalten haben. Es genügt, dass er in den 12 dunklen Jahren Soldat war.
Nicht wenige Politiker behandeln die Streitkräfte äußerst heuchlerisch. Die armen SoldatInnen – müssen kämpfen und sterben… diese Mörder. Man spürt regelrecht den Schuldstolz, den mancher Politiker mit Pathos zur Schau stellt, wenn er verkündet, man habe angesichts der deutschen Vergangenheit doch große Probleme beim Einsatz von Soldaten. Da müssen dann schnell humanitäre Gründe her. Denn wer‘s für’s Vaterland tut, hat schneller den MAD am Hals, als er in Deckung gehen kann.

Seit 1991 hat die Bundeswehr ein halbes Dutzend Reformen über sich ergehen lassen müssen. Keine einzige wurde vollständig abgeschlossen, bevor die nächste übergestülpt wurde. Motiv war dabei oftmals Geld, der Verteidigungshaushalt ist seit je her Steinbruch für den Haushalt gewesen. Dort Geld abzuzweigen ist auch viel populärer, als Asylanten gestiegene Bargeldleistungen vorzuenthalten.

Die Bundeswehr ist obendrein ein Bolzplatz für gesellschaftliche Experimente, den Soldaten ist alles Soldatische aberzogen worden. Das wird auf Teufel komm‘ raus gegendert, da gibt es unrealistische Frauenquoten und selbstverständlich Gleichstellungsbeauftragte, die weitreichende Mitsprachrechte bei Personalentscheidungen haben. Übrigens der einzige Posten, der nur einem Geschlecht vorbehalten ist – es darf geraten werden, welchem.

Und die Generäle? Wahrnehmbar kritische Stimmen höchstens von Ehemaligen. Kein Aktiver hatte in den letzten Jahren den Mumm, seine Entlassung zu riskieren und Kritik zu üben. Gründe siehe oben. Was für jämmerliche Feiglinge!

Zu bewundern sind die wenigen Landser, die noch mit Herzblut dabei sind und zu verstehen jene, die innerlich längst gekündigt haben.

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