Es könnt‘ alles so einfach sein, für die FDP

Nur vier Jahre nach ihrem Machtzenit steht die FDP vor dem Untergang – milder kann man es nicht ausdrücken.

Statt die Reihen eng zu schließen, hacken die Liberalen aufeinander ein, als gäbe es das Wahljahr 2013 nicht.

Gut, wer möchte auch mit einem Westerwelle die Reihen zu eng schließen?

An großen liberalen Vorbildern kann es eigentlich nicht fehlen. Theodor Heuss war erster Bundespräsident, Walter Scheel der vierte. Otto Graf Lambsdorff war unter Schmidt (SPD) und Kohl (CDU) Wirtschaftsminister. Ein Kantschädel wie Jürgen Möllemann – Bildungs- und Wirtschaftsminister, Vizekanzler.

Nicht zuletzt Hans-Dietrich Genscher, der als Außenminister 1989 vom Balkon der Prager Botschaft den DDR-Flüchtlingen die Ausreise ankündigte – eine Sternstunde der Geschichte. Genscher muss beim Anblick des jetzigen Trümmerhaufens depressiv werden.

Und heute? Ein gedemütigter Rösler; ein Niebel, der ein Amt besetzt, dass er eigentlich abschaffen wollte; ein zaudernder Lindner. Und Guido Westerwelle. Man war mehr als einmal peinlich berührt.

Als einzige unbeschädigte Führungsfigur ist ganz im Norden Wolfgang Kubicki verblieben. Der ist schlau genug, den Ausgang der Schlacht abzuwarten.

Was haben die Konkurrenten zu bieten? Sarahs Steinzeitkommunismus von der SED, pardon LINKEN; Ökostalinismus von den GRÜNEN mit Jürgen Trittin; Polter-Sozialismus mit Peer und der SPD; Wohlfühl-Sozialismus von der CDU mit Mutti Merkel. Und in Bayern simuliert ein Horst S. konservative Politik. Wenn der Wind danach steht.

Was könnte die FDP mit ihrem liberalen Wurzeln dagegensetzen? Themen en masse: Eine klare und konsequente Positionierung gegen die wahnsinnige EURO-Rettung, Kampf gegen die faktische Enteignung der Mittelschicht, Stärkung der Freiheit des Einzelnen gegen menschenfeindliche Experimente wie Gender-Mainstreaming, Zurückdrängen des politischen Einflusses beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Geiste der Aufklärung.

Fällt da den Damen und Herren der Freien-Demokratischen-Partei gar nichts auf?
Rechts der CDU ist eine Flanke offen -groß wie ein Scheunentor- die es zu besetzen gilt. Was fehlt, ist eine charismatische Figur, die sie dort hinführt.

Die FDP hat es stattdessen vorgezogen, dem Zeitgeist zu huldigen. Die Quittung kommt. Im unteren einstelligen Bereich.