Kinder wollen sie keine mehr, die Deutschen

Da flattert die neueste Studie über die Kinderarmut in Deutschland über den Ticker. Wie seit Jahrzehnten mit schlechten Nachrichten. Was das für die nahe und mittlere Zukunft bedeutet, hat dieser Blog bereits aufgegriffen.

Jetzt wurden erstmals die nackten Zahlen mit den Gedanken der Deutschen zum Kinderkriegen kombiniert.

Sozial-Ingenieure in Wollpullis dürfen den wahren Grund verkünden: Eingeschüchterte Frauen, die sich vor dem Urteil der Gesellschaft fürchten: Sie könnten als Rabenmutter gebrandmarkt werden, wenn sie ihre Kinder in Kitas abgeben. Die alten Rollenbilder der Gesellschaft – noch immer nicht überwunden, was für ein Jammer…

Es dürfte schwierig sein, jemanden zu finden, der so denkt. Im Gegensatz dazu erkennt er, dass überall die neue, selbstständige Frau gefeiert wird. Und er erkennt andere Ursachen, die aber nicht ganz dem Zeitgeist entsprechen und deshalb eher im Kleingedruckten oder gleich gar nicht genannt werden.

Oder hat schon mal jemand von einer Mütterquote gehört? Nein, dafür aber von Quoten für karrieregeile Dax-VorständInnen?

Hat mal jemand darauf geachtet, wie Kinder im öffentlich-rechtlichen Staatsfernsehen vorkommen?
Entweder gar nicht. Oder als lästiger Ballast, an dem sich die adrette und natürlich ungemein fähige Fernsehkommissarin aufarbeitet.

Unternehmer werden mit allerlei Quoten und Gesetzen gegängelt. Von einer Pflicht zur Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen ist nirgendwo die Rede.
Nicht nur das, Unternehmen bevorzugen nach wie vor die kinderlose Arbeitnehmerin, nur sie ist jederzeit verfügbar, nur sie bringt die optimale Arbeitsleistung.
Immer wieder fordern Unternehmer die Kriterien für ausländische Arbeitssuchende zu lockern, meistens mit Erfolg. Je mehr Arbeitskräfte verfügbar sind, desto niedriger der Preis für die Ware Arbeit.
Hat früher ein Ernährer die ganze 5-köpfige Familie ernähren können, müssen heute meistens beide Elternteile ran.

Wie gut geht es dagegen den „Double Income, No Kids“-Paaren, den so genannten DINKs?

Von allen Medien wird Frauen und Männern das Leitbild des Hedonismus eingehämmert. Verdiene viel Geld, Reise in alle Welt, lege dich bloß nicht auf einen Partner fest, binde dich an nichts – hinter der nächsten Ecke wartet das echte Leben.

Schließlich die Politik. Da wird leidenschaftlich über das Adoptionsrecht für homosexuelle Lebenspartner gestritten, das Gender-Mainstreaming im öffentlich-rechtlichen Bereich vorangetrieben. Aber hat schon mal jemand die Kanzlerin sagen hören, sie wünsche sich, dass wieder mehr Kinder die Straßen mit Leben füllen? Stattdessen wird über die Chancen des Alterns schwadroniert.

Unser Vorbild könnte ausgerechnet Frankreich sein. Wirtschaftlich steuert das Land auf den SuperGAU zu, dennoch schafft es Frankreich als eines der wenigen europäischen Länder, seine Bevölkerungszahl stabil zu halten. Und das ganz einfach durch ein Steuersystem, welches es für die DINK richtig teuer macht, die Steuerlast dagegen mit jedem Kind merklich vermindert.

War da nicht was von Hampelmann Westerwelle? Ach ja, doch: „Wir wollen ein einfacheres, gerechteres Steuersystem.“ Mit der kinderlosen Kanzlerin, einem schwulen Außenminister und 40% kinderlosen Parlamentariern bleibt genau ein Resümee:

Die Deutschen schaffen sich ab.

Wer glaubt, das mache doch nichts, wer hofft, die sozialen Systeme werden sich auf wundersame Weise selbst stützen, wer träumt, dass sich eine immer größer werdende Alterskohorte mit Migrationshintergrund problemlos integrieren lässt, der wird sich noch gewaltig wundern, was in diesem Land alles möglich sein wird.