Kolat fordert

Heute jährt sich zum ersten Mal die Aufdeckung der rechtsextremen Mordserie, bis dato bekannt als Dönermorde. Das Tätertrio hat 10 Morde an willkürlich ausgewählten Opfern mit Migrationshintergrund begangen. Zudem Dutzende Verbrechen wie Banküberfälle und Bombenanschläge. Details der Taten sind noch lange nicht im Detail geklärt.

Der Jahrestag wird auf dem Rücken der Opfer von allerlei Lobbygruppen genutzt. Parteien wollen maximalen politischen Profit für sich herausholen.

Der Vorsitzenden der türkischen Gemeinschaft in Deutschland, Kenan Kolat wollte den Anlass unbedingt nutzen und hat deshalb schon Tage vorher verschiedenen Medien Interviews gegeben. Zum Jahrestag stellt Kolat also fest, dass Deutschland ein riesen Rassismus-Problem habe. Drunter geht’s für Kolat nicht. Das viele seiner Landsleute ebenfalls steigende Aversionen gegen die Aufnahmegesellschaft haben, untermauert von ihm selbst, übersieht Kolat selbstverständlich großzügig.

Bei anderen Massenmorden schaut Kolat auch gerne mal weg. So zum Beispiel beim Massenmord an den Armeniern. Dieses Thema möchte er nicht in deutschen Schulbüchern sehen. Auch zu aktuellen Untaten seiner Landsleute kommt von Kolat nichts.

Was Kenan Kolat dagegen gut kann, ist fordern. So fordert er 2009 eine Willkommenskultur der Deutschen für Ausländer. Für die islamischen Feiertage will er Schulfrei. Aus dem mit großem Pomp von der Bundesregierung veranstalteten Integrationsgipfel steigt sein Verband aus, „weil die Regierung die Brisanz der türkischen Sorgen nicht verstanden habe.“ Die Regierung hatte es tatsächlich gewagt, von so genannten Importbräuten rudimentäre Deutschkenntnisse zu verlangen. Vor einigen Monaten fordert er schließlich ein Aufführverbot für den üblen Islam-Schmähfilm.

Außerdem wünscht Kolat für seine Klientel keine Integration, er will eher Partizipation.

Das Wort setzt sich aus dem lateinischen Pars (Teil) und capere zusammen. Capere steht für greifen, nehmen, sich aneignen. Ein Schelm, wer Böses bei dieser Wortwahl denkt.

Im Kern will Kolat, dass sich die Gast-Gesellschaft gefälligst den Empfindlichkeiten und Wünschen der Zuwanderer anzupassen habe, statt umgekehrt. Das macht ihn an sich noch nicht gefährlich. Aber er weiß um den steigenden Einfluss seiner Klientel. Er weiß auch, dass er mit stillschweigender Billigung Ankaras handelt. Darüber hinaus ist er politisch bestens vernetzt. Seine Frau ist Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration im Abgeordnetenhaus in Berlin.

Vielen gut integrierten Menschen mit türkischen Wurzeln redet er die Benachteiligung erst ein.

Das bedauert der Zeitgeist-Guerillero besonders, denn es gibt eine große Zahl türkischer Zuwanderer, die eine große Integrationsleistung vollbracht haben.

Kolat aber spaltet die Gesellschaft.