Militärisch mehr Verantwortung. Ja womit denn?

Paukenschlag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Gauck, Steinmeier und v.d. Leyen stoßen ins selbe Horn. Deutschland muss wieder mehr Verantwortung in der Welt übernehmen! Gerade auch militärisch. Hört hört!

Ganz neue Töne nach den massiven diplomatischen Schäden, die der irrlichternde Ex-Außenminister Westerwelle angerichtet hat.

Pastor Gauck zeichnet gleich die ganz großen Linien und spannt den Bogen vom einstmals bösen Deutschland zum -jetzt- guten Deutschland. Da zeigt sich die ganze kindliche Naivität des Herrn Präsidenten. Gut muss es sein, sein Deutschland.
Das ist wohl der aktuellste Sonderweg dieses Landes: Unsere Politiker glauben wirklich, dass es darum geht, „gut“ zu sein.

Dagegen gilt:

Der Staat, der seinem Namen gerecht wird, hat keine Freunde – nur Interessen. (Charles de Gaulles)

Von der Leyen sagt allen Ernstes: „Wenn wir über die Mittel und Fähigkeiten verfügen, dann haben wir auch eine Verantwortung, uns zu engagieren“

Die NATO-Partner werden es lächelnd zur Kenntnis nehmen. Seit Jahrzehnten verspricht Deutschland, seine militärischen Fähigkeiten zu stärken. Passiert ist genau das Gegenteil. Die Ausstattung der Bundeswehr ist in Teilen völlig überaltert, viele Rüstungsprojekte stecken seit Jahrzehnten fest. Die strategische Transportkapazität bspw. beschränkt sich immer noch auf ein Flugzeug aus den 60ern.

Dass die Truppenstärke überhaupt noch gehalten werden kann, ist Vermächtnis der Wehrpflichtarmee und einer weiteren Schrumpfkur -als Transformation verbrämt- zu verdanken.
Die Bundeswehr muss nach Abschaffung der Wehrpflicht auf dem freien Arbeitsmarkt um eine zahlenmäßig immer kleiner werdende Klientel werben. Die wird aber von allen Seiten verhätschelt und gelockt. Da Deutschland neben Japan die am schnellsten alternde Bevölkerung der Welt hat, wird sich diese Lage alsbald weiter verschlechtern. Die Bundeswehr muss infolge dessen nehmen, was übrig bleibt.

Obendrein werden ideologische Gesellschaftsprojekte in der Bundeswehr –Stichwort Gender Mainstreaming– durchgepeitscht, koste es, was es wolle. Natürlich funktioniert diese Ideologie auch hier nicht. Nicht mal, wenn man es befehlen kann.

Der innere Zustand der Bundeswehr ist mittlerweile katastrophal.

Jetzt, wo die Bundeswehr kaputtreformiert ist, fällt den bundesdeutschen Akteuren plötzlich ein, dass man sich stärker militärisch für die Sicherheit in der Welt engagieren muss. Nach diesen großspurigen Forderungen deutsche Politiker an sich selbst werden in allernächster Zukunft die ersten Forderungen gestellt werden, von guten Freunden natürlich.

Frankreich hat schon einen Forderungskatalog überreicht. Wie es eben zu erwarten war.

Wie tief dieses Land gesunken ist, das einst einen Bismarck hervorgebracht hat!