Bürgerfest Heidenau

Multiples Organversagen

It’s the end of the world as we know it, it’s the end of the world as we know it, ballert Michael Stipe im schnellen Rhythmus durch den Musikkanal.
Da wird für eine dringende Nachricht unterbrochen. Bitte Vorsicht! Personen auf der Autobahn 93 Richtung Rosenheim. Bitte fahren Sie vorsichtig!
Und wieder R.E.M: A tournament, a tournament, a tournament of lies. Offer me solutions, offer me alternatives, and I decline. It’s the end of the world…

Die dringende Radiodurchsage kommt im Süden der Republik im 30min-Takt. Es sind Asylsuchende, die zu Tausenden von Schleppern auf der Autobahn abgeladen werden. Manche müssen dabei einen elenden Tod sterben. 800.000 werden es bis zum Jahresende sein, mindestens. 450.000 sind schon da, 350.000 werden es noch werden. Die Behörden haben die Last zu schultern, sie tun es mit Bravour, aber längst nur noch improvisierend. Der Winter wird kommen, unterbringen wird man solche Massen nur noch mit Zwangsmaßnahmen.

Und nächstes Jahr? 1 Million, 1,5 Millionen? Über TV, WhattsApp und Telefon ist die Botschaft an noch viel mehr Millionen: Kommt her, die feiern Willkommensfeste, wenn wir endlich da sind.

Es ist das Ende Deutschlands und Europas – as we know it. And we feel fine. Zumindest vorerst noch.

1993, als schon einmal eine knappe halbe Million Hungerleider an die Tür klopften, war noch eine parteiübergreifendes Einhaltgebieten möglich, die Zweidrittelmehrheit zur Ergänzung des Artikel 16a GG kam zustande. Nur zwanzig Jahre später, im Angesicht eines noch viel größeren Ansturms, ist ein solches Manöver zur schieren Selbstbehauptung nicht mehr denkbar.

Dabei nehmen Spitzenpolitiker das Wort Demokratie so oft in den Mund wie lange nicht mehr. Man kennt das auch von Walter Ulbricht oder Erich Honecker…, oder von Pol Pot. Es ist ein sicheres Indiz, dass etwas ganz und gar undemokratisches im Gange ist.

Was glauben die Protagonisten eigentlich, was passiert, wenn innerhalb weniger Jahre hunderttausende Menschen aus vormodernen Kulturkreisen in einen hochkomplexen Industriestaat strömen und zudem einen beträchtlichen Männerüberschuss aufweisen?

Was glaubt/glauben denn eigentlich…

  • ein Präsident, der den Zusammenhalt der Gesellschaft fördern sollte, aber ernsthaft zwischen einem hellen Deutschland und einem Dunkeldeutschland unterscheidet?
  • eine Bundeskanzlerin, die ein NoGo-Area im Ruhrgebiet besucht und den Bürgern sagt, dass sie leider nichts für sie tun könne? Offene Grenzen in Europa seien schließlich wichtiger (und sicher auch alternativloser) als sie, die Bürger dieses Landes.
  • der Vorsitzende einer einstigen Volkspartei, der Gewalttäter und friedliche Demonstranten unterschiedslos als Pack bezeichnet?
  • ein Justizminister, der Facebook vorlädt und kaum kaschiert Zensur meint? Die Verhältnisse in der Türkei lassen grüßen!.
  • die Mainstream-Medien, die sich einer freiwilligen Gleichschaltung unterwerfen, wie es eher für entstehende Diktaturen typisch ist – Selbstzensur inbegriffen. Die fast schon verzweifelt in immer kürzeren Intervallen rührselige Storys von „Familien aus Kriegsgebieten“ kolportieren, die kaum noch jemand glaubt, wenn man die üppig genutzten Kommentarspalten der Bürger/des Packs liest. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, bleiben Kommentarspalten immer öfter gleich abgeschaltet. Wenn das auch nicht mehr hilft, wird zum Aufstand gerufen.
  • augenscheinlich minderbemittelte „Künstler“ wie Til Schweiger, die sich durch Talkshows lallen und ein Forum zur moralinsauren Selbsterhöhung bekommen?
  • Kirchen, die ihre Glaubensleere bedingungslos durch eine Moraltheologie (Thorsten Hinz) ersetzen und mit Verve an ihrer eigenen Marginalisierung arbeiten?

Das wird passieren: Die Übergriffe auf Frauen werden massiv zunehmen (und die oben genannten werden darüber schweigen). Die Segregation, der Zerfall des Landes in einzelne ethnisch-religiöse Communities wird sich ausprägen. Der Sound dieser bunten Welt wird bestehen aus eruptiven Ausbrüchen extremer Gewalt, zuerst durch Einzelne wie in Frankreich, dann in Intervallen zwischen Ethnien wie auf dem Vielvölkerlandstrich Balkan. Deutschland wird zum konfliktträchtigen Land konkurrierender Parallelgesellschaften wie Südafrika oder Brasilien. Und das alles, ohne dass dem Rest der Welt damit in irgendeiner Weise geholfen wäre.

Warum eigentlich?

Selbst für die wechselvolle Geschichte dieses Landes ist der Vorgang einmalig. Eine völkermordende NSDAP hat nur in den heftigen Nachbeben der Urkatastrophe Europas aufsteigen können, im harten Rennen gegen blutrote Kommunisten. Eine DDR ist unter Herrschern installiert worden, die da schon einige Millionen Gulag-Tote auf dem Gewissen hatte.

Die Bundesrepublik setzt ihren sozialen Frieden und mittelfristig ihren Bestand völlig freiwillig -ja mit Freude- aufs Spiel. Auf die Frage nach dem Warum? werden auch Historiker einst keine klare Antwort finden.

Das Land ist zurück im rauhen Wind der Geschichte. Seine Vertreter sind dabei so naiv und hilflos, dass es lachhaft ist.