NSU & Murat K.

Der Zeitgeist-Guerillero verfolgt den neuesten „Eklat“ um den NSU-Untersuchungsausschuss mit Interesse. Ex-Verfassungsschutz-Vize Fritsch hatte dort das Kreuz, sich Fragen des Ausschusses zu verweigern. Wohl auch, weil er nicht mehr im Amt ist und es sich daher wohl leisten kann, das Stiefellecken bei den Abgeordneten ausfallen zu lassen.

Fritsche warf den Mitgliedern vor, einen Skandalisierungswettbewerb zu betreiben. Zu Recht?

Klar ist, dass der Untersuchungsausschuss neben der Aufklärung der NSU-Mordserie von nicht wenigen Mitgliedern als politische Bühne missbraucht wird, vor allem von Seiten des linken Parteienspektrums. Schließlich hat man es ja schon immer gewusst. Immer wieder werden vertrauliche Informationen aus diesem Kreis an die Presse durchgestochen. Zu lesen ist das dann im SPIEGEL.
Das gefährdet die Sicherheit von Verbindungsleuten oder gar von verdeckten Ermittlern.

Das gesamte rechtsextreme Spektrum ist von einem dichten Netz von Informanten durchzogen, was auch deshalb so leicht fällt, weil keine Sprachbarrieren bestehen. So dicht, dass Organisationen und eine eindeutig braune Partei wie die NPD nicht verboten werden können, weil viel zu viele Mitglieder mit den Behörden zusammenarbeiten. Gut möglich, dass solche Organisationen ohne diese Mitglieder bald von alleine aufhören würden zu existieren.

Es drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass dies von Teilen des linken Mainstreams gar nicht wirklich gewollt ist. Schließlich braucht man eine Zielscheibe für das ständig dröhnende Kampfgeschrei gegen Rechts. Man erhält den Feind am Leben und drischt dann öffentlichkeitswirksam drauf ein.

Dass man in Deutschland über Jahre untertauchen und dabei 12 Menschen ermorden kann, ist wirklich unglaublich und nur vergleichbar mit der über 20 Jahre währenden Mord-Serie der Rote-Armee-Fraktion.

Die Taten aufzuklären ist die eine Sache, möglichst großes politisches Kapital daraus zu schlagen ist dagegen der wirkliche Skandal.

So gesehen hat Fritsche völlig Recht, wenn er dagegen Widerstand leistet.

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Gestern ist der Kölner Salafist Murat K. zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ein Urteil am unteren Rand der Vertretbarkeit, findet der Zeitgeist-Guerillero. 10 Jahre wären möglich gewesen.

Zur Erinnerung, bei einer Gegendemonstration zu einer Kundgebung, bei der von Seiten ProNRW auch Mohammed-Karikaturen gezeigt wurden, ist Murat K. mit einem Küchenmesser auf die Polizisten losgegangen und hat zwei von ihnen schwer verletzt.

Murat K. wird dieses Urteil kaum jucken. Es ist nicht hoch genug, um wirklich abzuschrecken. Dafür kann sich Murat K. in Islamistenkreisen zum Helden stilisieren. Schon im Knast wird es ihm kaum an Unterstützung fehlen. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung sind überproportional viele Insassen deutscher Gefängnisse Glaubensbrüder von Murat K.

Wird Murat K. dann nach der Hälfte der Strafe wegen guter Führung entlassen, werden ihm seine Radikal-Islamos einen purpurnen Gebetsteppich ausrollen und eine Führungsrolle anbieten.
Gott sei Dank scheinen Murat K. dafür die geistigen Anlagen komplett zu fehlen.