Paris, Nachlese

Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Attentaten heimgesucht. 2012 erschießt ein Islamist mehrere Soldaten und verschanzt sich anschließend in einem Haus. Zuletzt überfuhr ein Täter willkürlich Fußgänger mit seinem Auto. Dies konnte unter der Flut der Nachrichten relativ gut verborgen werden.

Mit den Hinrichtungen von Paris ist das nicht mehr möglich. Augenblicklich erkennen die Mainstream-Medien, dass ihre sowieso schon beschädigte Glaubwürdigkeit bezüglich der Segnungen der multikulturellen Gesellschaft einen schweren Treffer erhalten hat. Ohne Schamfrist beginnen Medien&Politik, dieses Attentat in ihr Weltbild hineinzubiegen.

Utopie trifft auf Realität

Mittwoch, 7. Januar

Drei Islamisten dringen in eine Pariser Redaktion ein und töten dort zehn Mitarbeiter des Satiremagazins Charlie Hebdo. Die Polizei ist schnell vor Ort, hat den schwer bewaffneten Tätern aber nichts entgegenzusetzen. Auf einen Krieg ist sie nicht vorbereitet. Zwei der Täter laufen auf einen schwer verwundeten Polizisten zu und schießen im vorbeigehen auf seinen Kopf. Dabei rufen sie „Allah ist groß“ und „Wir haben den Propheten gerächt.“ Bilder wie aus Syrien, insgesamt werden 12 Menschen hingerichtet.

In einem ARD-Brennpunkt wenige Stunden nach der Haupttat mutmaßt ein ARD-Reporter, dass es sich bei den Attentätern um Anti-Islamistische „Trittbrettfahrer“ handeln könnte (05:13). Es gebe nur ganz ganz wage Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Gegen Ende des Berichts wird darauf hingewiesen, dass viele Muslime in Frankreich in den Vorstädten sozial benachteiligt und ausgegrenzt werden. Anschließend folgt noch ein Bashing gegen den Front National.Donnerstag, 8. Januar:

Die SZ meldet um 05:11 Uhr morgens, dass Innenminister de Maizière geäußert hat, dass die Anschläge nichts mit dem Islam zu tun hätten.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber warnte die PEGIDA-Organisatoren davor, sich durch den Anschlag bestätigt zu fühlen. Alle, die jetzt im Kontext der Tat PEGIDA bemühten, „haben schlichtweg das, was das Abendland ausmacht, nicht verstanden“, twitterte er.

Jemanden davor zu warnen, sich in etwas bestätigt zu fühlen ist in etwa so, einem Nackten im Winter davor zu warnen, dass er Kälte fühlt. Aber gut zu wissen, dass Peter Tauber wenigstens das Abendland verstanden hat.

Währenddessen erschießt ein islamistischer Täter eine Polizistin in Paris. Derselbe Täter wird einen Tag später 4 Menschen in einem jüdischen Supermarkt erschießen.

Freitag, 9. Januar

Nördlich von Paris werden die beiden Täter des Anschlags auf Charlie Hebdo erschossen.

Bei einem zeitgleichen Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt werden von einem anderen islamistischen Täter 4 Menschen erschossen.

Die SPD diskutiert im Angesicht des Terrors über vermehrte Einwanderung. Deutschland müsse auch für außereuropäische Einwanderer attraktiver werden. SPD-Fraktionschef Oppermann fordert, dass die deutschen Sicherheitsbehörden Syrien-Rückkehrern notfalls rund um die Uhr „auf den Füßen“ steht.

Dass dies absolut ausgeschlossen ist, weiß auch Oppermann. Aber insgesamt wird ein Muster für den Umgang mit Islamisten sichtbar:

  1. Mit dem Islam hat das alles nichts zu tun
  2. Islamistische Anschläge haben ihre Ursache in Ausgrenzung und Benachteiligung der Täter durch die Gesellschaft
  3. Die Sicherheitsbehörden stehen in Verantwortung, solche Anschläge zu verhindern. Die Politik, insbesondere die Einwanderungspolitik kann nicht haftbar gemacht werden.

Samstag, 11. Januar

Bundesjustizminister Maas (SPD) nennt das Anliegen der PEGIDA-Organisatoren, bei der kommenden Montagsdemo Trauerflor für die Hingerichteten zu tragen, „widerlich“. Sie hätten es nicht verdient, von solchen „Hetzern“ missbraucht zu werden.

Bundesinnenminister de Maiziere wirft den Organisatoren von PEGIDA vor, die Anschläge von Paris auf schäbige Weise missbrauchen zu wollen.

Man stelle sich vor, ein PEGIDA-Teilnehmer hätte vor dem Anschlag eine Mohammed-Karikatur aus Charlie Hebdo als Plakat verwendet. Die Mainstream-Medien hätten sich den Schaum vom Mund abwischen müssen. Jetzt aber gerieren sich alle braven Zeitgeist-Medien als Freund einer Zeitschrift, die vor dem Anschlag hierzulande nicht nur völlig unbekannt war, sondern für ihre extrem provozierenden Karikaturen vermutlich von islamophilen Aktivisten nach §166 StGB belangt worden wäre.

Montag, 12.Januar

Deutschlands Islam-Cheflobbyist Aiman Mayzek über PEGIDA: Antimuslimischer Rassismus. Sie erzeuge eine Pogrom-Stimmung und seien Wasser auf die Mühlen von Islamisten.

Prominentendemo vor dem Brandenburger Tor. Kanzlerin Merkel hakt bei Aiman Mayzek unter. Es sind trotz des massiven Aufgebots an Prominenz nur 10.000 Menschen erschienen, besonders viele Muslime sind nicht darunter. Besonders wenn man bedenkt, dass in Berlin 300.000 Muslime leben. Das bemerkt selbst der notorisch linke Stern.

Den Schlusspunkt des Umdeutung des Ursprungs des Terrors setzt Angela Merkel, indem sie Christian Wulff mit dem einzigen Satz zitiert, der von ihm wirklich hängengeblieben ist: Der Islam gehört zu Deutschland.

Zu spät

Der Verfassungsschutzbericht 2013 spricht von 43.000 Islamisten (Seite 206) in Deutschland, die Zahl dürfte gewachsen sein. Das sind mehr als Links- und Rechtsextremisten zusammengenommen. Der Islamismus ist längst zu mächtig geworden, der Feind steht mitten im Land. Die Soldaten Allahs können bei ihren Rekrutierungen aus dem Vollen schöpfen. Eine fragmentierte Gesellschaft kann einem geschlossenen Weltbild  wie der Islam es bietet, nichts mehr entgegensetzen.
Dieses Problem ist also nicht mehr in den Griff zu bekommen. Was tun angesichts eines extrem  brutalen und heimtückischen Feindes? Man wirft sich ihm an den Hals und beweist Loyalität. Deshalb dreschen völlig orientierungslose Funktionseliten reflexartig auf diejenigen ein, die vor genau den Gefahren warnen, die sich vor einer Woche in Frankreich auf erschreckende Weise verwirklicht haben.
Sie barmen um die Erwiderung dieser Unterwerfungsgeste. Was zurückkommt sind bestenfalls Lippenbekenntnisse.

Auf diesen Krieg ist von verschiedenen Akteuren lange hingearbeitet worden, durch Ignoranz, Blindheit, Dummheit, aber auch mit Vorsatz. Jetzt ist er da. Paris war nicht der Auftakt, nur ein vorläufiger Höhepunkt, ein mildes Lüftchen im Vergleich zu dem, was noch kommen wird.