Perpetuum Mobile

Perpetuum Mobile der Diskurs-Hoheit

Die GEZ-finanzierte Tagesschau wartet auf ihrem Online-Auftritt mit der neuesten Mitte-Studie zum Thema Rechtsextremismus auf, er- und vorgestellt im Verbund mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Erwartbar und gewünscht liefert die Studie angeblich Beweise, dass rechtsextreme Einstellungen in Deutschland weit verbreitet seien und in die Mitte der Gesellschaft reichten. Die Studie selbst sei hier nur am Rande Thema, denn sie ist austauschbar mit Dutzenden anderen tendenziösen Studien gleicher Machart.

Vielmehr sollen exemplarisch die Mechanismen der nach wie vor intakten linken Diskurs-Hoheit beleuchtet werden, bei der solche „Studien“ eine wichtige Rolle spielen.

Einer der Macher der Studie ist ein gewisser Oliver Decker. Im echten Leben ist er hochdotierter Privatdozent in psychoanalytischer Sozialpsychologie der Universität Leipzig und Sprecher des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung.

Über die Geisteshaltung des Herrn Decker gibt ein Interview mit der ZEIT vom Dezember letzten Jahres Auskunft. Da wird er zum Gewaltexzess linker Extremisten in Leipzig befragt. 69 Polizisten wurden z.T. schwer verletzt, ganze Straßenzüge verwüstet. Und siehe da, Decker spricht fast im gesamten Interview von Rechtsextremen, die Gegenseite sind dagegen meist „aktive Linke“, die sich wehren, sich bedroht fühlen, verteidigen. Zum Schluss empfiehlt er, linksextreme Gewalt „in der Strafverfolgung unbedingt differenzierter zu betrachten“.
Es wird deutlich: Hier rechtfertigt ein linker Radikaler seine Kumpels von der gewaltbereiten Linken.

Herr Decker ist gleichzeitig Kostgänger der millionenschweren Kampf-gegen-Rechts Fleischtöpfe, allerdings in Konkurrenz mit anderen so genannten Experten. Um hier noch Gehör zu finden, müssen die Thesen immer steiler werden.

Kostproben aus Deckers Studie: Es ist ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen. 40% der repräsentativ befragten 2420 Personen  empfinden so. Für Decker & Co. ein klares Zeichen! Hier wird flugs ein ästhetisches Empfinden zu einer homophoben und damit zugleich rechtsextremen Einstellung umdefiniert.
Anderes Beispiel: Bei der Prüfung von Asylanträgen sollte der Staat nicht großzügig sein. Wer das richtig findet, offenbart eine menschenfeindliche Einstellung und wertet Asylbewerber ab.

Es ist ganz unerheblich, dass bei solchen Schlussfolgerungen die Grenze zur Lächerlichkeit überschritten wird.
Bei tendenziell linken Redakteuren (man kennt sich aus gemeinsamen Zeiten an der Uni…) landen solche Pamphlete trotzdem ganz oben.

So bekommt Experte Decker nicht nur ein Interview beim Online-Auftritt der Tagesschau, nein. Bei der 20:00 Uhr-Tagesschau hat er 2 min Prime-Time, um seine eigene Studie zu interpretieren. Zum Schluss wird sein Buch vorgestellt.

Das steigert die Bedeutung des Tendezlers und adelt ihn zum Experten. Er kann sich jetzt auf den Erfolg seiner „Studien“ berufen und nicht nur weitere Mittel für sich einfordern, sondern auch anderen Schmarotzern eine Existenz verschaffen, mit denen das unüberschaubare Gestrüpp von Beauftragten, Engagierten, Sozialpädagogen usf. gegen Rechts weiter wuchern kann.

Diese subalternen Nutznießer müssen ihre eigene Existenz(berechtigung) wiederum begründen, indem sie an allen Ecken und Enden rechtsextreme Tendenzen erkennen, gegen die sie dringend ein Projekt, eine Studie oder Hochglanzbroschüren erstellen müssen.

Das alles kostet Geld. Um das einzutreiben, berufen sie sich wiederum auf ihre eigenen fragwürdigen Werke. Bei den politisch Verantwortlichen – oft Brüder und Schwestern im Geiste – rennen sie damit offene Türen ein.
Zum Beispiel bei der roten Manuela, die als erste Amtshandlung nicht nur die Extremismusklausel gestrichen hat, sondern den Linksextremismus als aufgebauschtes Problem beschrieben hat. Sie hat dafür gesorgt, dass die Mittel „gegen Rechts“ auf 100 Millionen Euro erhöht wurden, die Mittel „gegen Links“ dagegen gestrichen wurden.

Man nimmt das Geld des Steuerzahlers, um damit Studien zu erstellen, die genau diesen Steuerzahler verdammen. Der lässt es sich gefallen.

Entstanden ist ein Perpetuum Mobile, dass der politischen wie militanten Linken die Diskurs-Hoheit sichert, obwohl sich dieser Diskurs von den Realitäten des Jahres 2016 längst völlig abgekoppelt hat.

Bild: Lizenzfrei, Schutzfrist abgelaufen