Selbstherrliche vierte Macht im Staate

Mit dem Jahreswechsel wird die Anmeldung bei der GEZ durch eine Pauschalabgabe pro Haushalt in Höhe von 17,98 Euro ersetzt. Damit fließen jährlich ca. 8 Milliarden Euro in die Kassen von ARD und ZDF. Entziehen kann man sich dem nicht.

Der WDR-Chefredakteur Schönenborn hat die Umstellung des Gebührenmodells jetzt verteidigt. Er hält den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für eine wichtige Struktur des Zusammenlebens unserer Gesellschaft. Ja, er spricht sogar von einer Demokratie-Abgabe. Seine Programme seien wertvoller als die der privaten Konkurrenz.

Verglichen mit dem Trash-TV von den privaten Sendern bieten die Öffentlich-Rechtlichen tatsächlich auch Qualitäts-Programm, vor allem in den Spartensendern wie Phönix oder Arte. Der Kindersender KIKA -ein Spartensender von ARD & ZDF ist im Vergleich mit dem Trash auf anderen Kinderprogrammen Kindern auch tatsächlich zumutbar. Für die am meisten Geld verschlingenden Hauptsender gilt das längst nicht mehr. Da läuft dann Rosamunde Pilcher, der an Dämlichkeit kaum zu überbietende Grand Prix der Volksmusik/Schlager/Schnulze, das Traumschiff, unzählige Talk-Shows mit den immer selben Gästen, die Lindenstraße, extrem teure Sportübertragungen usw. usw.

Dafür bezahlt werden muss in Form einer Zwangsabgabe, die einer staatlich verordneten Steuer gleicht. Dabei existieren bereits Zahlsysteme, die leistungsgerechte Abrechnung ermöglichen, zum Beispiel Video-on-Demand. Bei Online-Zeitschriften werden gerade Bezahlschranken eingeführt. Herr Schöneborn ist dagegen der Meinung, dass die Pauschalzahlung „gut zu Deutschland passt.“

Was es bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen und zu hören gibt, treibt einem regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht. Die Öffentlich-Rechtlichen sind die Phalanx der unsäglichen Political Correctness, Verkünder und Vollstrecker des Zeitgeistes in einem. Sie ähneln dem Staatsfernsehen der ehemaligen DDR. ARD und ZDF.

Die „Älteren“ können sich noch gut an die völlig andere Art des Fernsehens erinnern, die es etwa bis Mitte der 90er gegeben hat. Da war der Moderator einer Nachrichten-Sendung schlicht ein Sprecher, der durch seine ganze Mimik und Gestik vor allem das Ziel hatte – möglichst unsichtbar zu werden. Nichts sollte den Zuseher ablenken vom Kern der Nachricht.

Wer dagegen heute um 22:45 Uhr das ZDF zuschaltet, der erlebt in schöner Regelmäßigkeit ungefähr Folgendes:

Marietta Slomka teilt mit Tremolo in der Stimme mit, dass nun endlich etwas passiert ist, was längst überfällig sei. Irgendein Münchner Wirt hat irgendeinen Rechtsextremisten aus seinem Biergarten geworfen. Frau Slomka freut sich sichtlich darüber, dass unsere Demokratie jetzt endlich Zähne zeigt und seine Wehrhaftigkeit beweist.

Nächste Meldung: In den Niederlanden haben drei Jugendliche einen Schiedsrichter tot getreten, die Sportwelt sei geschockt.
Bei dieser Meldung erfolgt keine persönliche Wertung von Frau Mioska, aber nicht nur das. Es werden gleich noch wichtige Details verschwiegen, wie z.B. die Herkunft der Täter. Denn das passt nicht zum gewünschten und zu vermittelnden Weltbild.

Die Medien haben eigentlich die Aufgabe, den Bürger dieses Landes die Vorgänge in Staat und Gesellschaft zu vermitteln. Und das neutral. Nicht mehr und nicht weniger. Von diesem Ziel haben sich die Fernsehmacher, die weitgehend aus Alt-68ern und GRÜN-Affinen Gutmenschen bestehen, längst weit entfernt.
Mehr noch, die Öffentlich-Rechtlichen haben sich vom Beobachter zu einer neuen Macht im Staate aufgeschwungen. Diese Macht soll durch die Abgabe zementiert werden. Um das zu begründen, greift Herr Schönenborn auch gerne zur Faschismuskeule („UnGEZiefer – das weckt in mir keine guten Erinnerungen“).

Diese abstoßende Selbstherrlichkeit, dieses Gefühl von unangreifbarer Macht – das ist es, was die schweigende Mehrheit gegen die Abgabe aufbringt. Zu Recht.