Staatsakt Helmut Schmidt

Sonne, Mond und Merkel

Gestern wurde der kürzlich verstorbene Altkanzler Schmidt mit einem Staatsakt gewürdigt. Hamburgs Bürgermeister Scholz (SPD) sprach über persönliche Erlebnisse mit Schmidt, US-Außenminister a.D. Kissinger –ebenfalls im Spätherbst eines langen Lebens- hielt eine ergreifende Rede. Große Werke europäischer Komponisten wurden gespielt.
Es war zugleich auch eine Art letzter Gruß an die alte Bundesrepublik, in deren unruhigen Zeiten Schmidt mit seinen überragenden Talenten der richtige Mann am richtigen Ort war.

Die neue Bunte-was-auch-immer wird es an den Zentrifugalkräften zerreißen, die ihre politischen Eliten primär in den letzten 10 Jahren verursacht haben. Und so ist es kein Zufall, dass es bei diesem würdigen Abschied eine Ausnahme gab.
Es war Kanzlerin Merkel, die als letzte Rednerin ans Pult trat um dann dort 16 Minuten lang die Großtaten eines Giganten schamlos mit ihrer gnomenhaften Politik zu verquicken.

O-Ton Angela Merkel:

Sein hohes Ansehen hat einen guten Grund. Mir kommt dazu ein Wort in den Sinn: Verantwortung. […] Wir haben ihm vertraut. Wir haben ihm vertraut (sic!), dass er die Lage [in der Flutkatastrophe] unter Kontrolle und in den Griff bekommen würde. Und so war es dann auch, als er sich dazu entschlossen hatte –obwohl verfassungsrechtlich nicht dazu befugt- […] Hilfe anzufordern. Damit gelang es ihm, eine noch schlimmere Katastrophe zu verhindern und Menschenleben zu retten.
Recht viel deutlicher kann man nicht auf die Parallelen der Asylkatastrophe hinweisen…

Bei einer Rede über Merkel müsste man jedoch ehrlicherweise sagen: „Wir haben darauf vertraut, dass sie die Lage unter Kontrolle und in den Griff bekommen würde. Statt dessen hat sie die Lage maßgeblich erst außer Kontrolle geraten lassen. Sie hat damit Menschenleben auf dem Gewissen.“

Damit lebte er vor, dass außergewöhnliche Situationen außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Und er lebte vor, in einer solchen Situation Verantwortung zu übernehmen. […] Er war bereit, selbst den höchsten Preis zu zahlen. Denn die Gefahr des Scheiterns bei dem was er tat, war stets einkalkuliert, zuletzt selbst der Verlust seiner Kanzlerschaft.
Merkel ist gescheitert, aber die Vertrauensfrage würde sie nie stellen.

Die Spuren, die er hinterlässt, sind tief.
Merkel schafft Bruchlinien in der Gesellschaft, die tiefer nicht sein könnten.

Die Größe seiner Kanzlerschaft lag in seiner klugen und konsequenten Regierungsführung. Die Leistungen dieses Bundeskanzlers zeigten sich in den Krisen, die er zu bewältigen hatte.
Merkels „Klasse“ zeigt sich ebenfalls in der Krise, die sie nicht bewältigt.

Am Ende sagte sie:
Bei allem Willen zu Tat, er war davon überzeugt, dass eine Entscheidung nur dann reif zu fällen war, wenn sie vorher durchdacht und mit Vernunft durchdrungen war.

Schmidt hat stets zum Wohle seines Volkes gehandelt und seine Kunst war es, die anderen mit einzubinden. Merkel dagegen hat stets zum Wohle anderer gehandelt und das eigene Volk außen vor gelassen.

Dass sie tatsächlich glaubt, nach dem Vorbild Helmut Schmidts zu handeln, gehört wohl zum ganzen Elend dieser Frau. Eigentlich kann man schon froh sein, dass Merkel die Bundesflagge auf Schmidts‘ Sarg unbehelligt lies, denn mit der hat sie ja so ihre Probleme.

Sie hat seine Trauerfeier dazu missbraucht, ihre gescheiterte Politik zu rechtfertigen und sich in den Glanz eines großen Deutschen zu stellen, dem sie nicht ansatzweise das Wasser reichen kann. Sie hat dabei gehofft, wenigstens angestrahlt zu werden, wie der Mond von der Sonne.

Dabei ist sie ein verglühender rot-grüner Zwergplanet am Rande des Universums.

 

Bild: ZDF Screenshot