Spaltpilz Brüssel

Heute ist Kroatien EU-Mitglied geworden. Die kroatische Wirtschaft schrumpft, die Arbeitslosigkeit liegt bei 20 %, das Land ist überschuldet. Schon wird gemunkelt, dass Kroatien Wirtschaftshilfe benötigt. Dennoch: Kroatien ist christlich geprägt, es ist Teil der wechselvollen europäischen Geschichte. Kroatien ist Teil des kulturellen und geographischen Europas. Kroatien passt zu Europa.

Jetzt sollen mit Serbien Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden. Als ob das künstliche EU-Gebilde nicht schon genug Probleme hätte und bereits jetzt hoffnungslos überdehnt wäre. Serbien steht kulturell Russland näher als Europa, es betrachtet sich als Hüter der Slawen auf dem Balkan. Schon die überhasteten Beitritte der ebenfalls eher Russland nahe stehenden Länder Rumänien und Bulgarien waren schwere Fehler. Obendrein ist Serbien traditionell das Armenhaus des Balkan. Bei den jugoslawischen Zerfallskriegen in den 90ern hat Serbien in Bedrängnis russischen Beistand erbeten und erhalten. Der Balkan-Konflikt schwelt seit Jahrhunderten und bricht alle paar Jahrzehnte wieder durch. Zuletzt vor 20 Jahren, noch immer und noch lange werden Truppen im Mafiastaat Kosovo stehen, auch deutsche. Serbien gehört nicht zu Europa, Serbien passt nicht zu Europa.

Diesem fragilen Staat will die EU also jetzt den Beitritt in Aussicht stellen.

Und die Türkei, der Staat, der am wenigsten zu Europa passt? Der lässt mal eben seine Opposition niederknüppeln. Der befeuert einen brutalen Bürgerkrieg im Nachbarstaat Syrien, indem er islamistische Kämpfer und massenhaft Waffen über die türkische Grenze ins Land sickern lässt. Der behandelt die zu seinem Schutz ins Land gerufenen Soldaten wie den letzten Dreck. Der mischt sich mit unfassbarer Dreistigkeit in dieAngelegenheiten anderer Länder ein.

Das ist alles kein Problem für die Spitzen der europäischen Union. Als „Strafe“ für das Niederknüppeln von Oppositionellen verordnet die EU eine 3-monatige Pause in den Beitrittsverhandlungen. Da wird Erdogan aber zittern…

Insbesondere dem deutschen Außenminister kann es nicht schnell genug gehen mit dem Beitritt der Türkei. Gerade Westerwelle. In der AKP-Türkei hätte er sich nie zu seiner Homosexualität bekennen können. Er hätte sich im Gefängnis wieder gefunden. Bestenfalls.

Die schon bestehende Europäische Union wird unterdessen zersetzt durch Massenarbeitslosigkeit, bürgerkriegsähnliche Zustände in Griechenland, Rezession im gesamten „Olivengürtel“, kaum noch bezifferbare Risiken für deutsche Steuerzahler.

Eigentlich müsste die Wut die wahnwitzige Brüsseler Diktatur aus ihren hoch dotierten Sesseln fegen. Bisher erfolgreich wird diese Wut aber kanalisiert und umgelenkt. Sie hetzen die Völker gegeneinander auf. Brüssel ist zum Spaltpilz im Zusammenleben der europäischen Völker geworden. Bevorzugtes Ziel: Deutschland. Spardiktat ist noch der mildeste Vorwurf. Merkel als Hitler darzustellen ist da schon gröber.

Die deutschen Funktionseliten nicken eifrig bei jedem noch so absurden Vorwurf und kehren ihren Schuldstolz hervor. Wie pervertierte Masochisten lassen sie sich gerne prügeln und bitten um mehr, wenn die Schläge nicht hart genug treffen.

Die Väter unseres Grundgesetzes haben im Angesicht der verheerenden Folgen einer gerade gescheiterten Diktatur geahnt, dass sie in Artikel 20 Absatz 4 das Recht zum Widerstand verankern müssen.