Wolfgang Thierse kämpft

Der Bundestag in seltener Einigkeit. Alle Fraktionen haben gestern zum Eintreten gegen jede Form von Antisemitismus in Deutschland aufgerufen.

Der Autor dieser Zeilen findet das Vorgehen gegen Antisemitismus gut, weil er Antisemitismus schlecht findet.

Gegen Antisemitismus wird allerdings nicht nur vorgegangen, nein es wird gekämpft. Das Wort Kämpfen ist im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr ein Problem, in diesem Fall ist es Pflicht-Rhetorik.
Das erinnert ein wenig an Bilder von der Statue des ewigen Präsidenten in Pjönjang. Da muss auch geweint werden, sonst fehlt’s an Glaubwürdigkeit und dann gibt’s was auf die Finger.

Antisemitismus kommt in allen gesellschaftlichen Gruppen vor. Zentral bei Rechtsextremisten, aber auch bei Linksextremisten.

Erinnert sei hier an die Entführung einer Air France-Maschine 1976. Weil die palästinensischen Entführer schlicht zu dämlich waren, die jüdischen Fluggäste von den anderen zu trennen, hat sich ihr deutscher Genosse Wilfried Böse angeboten, das zu übernehmen. Auch als ihm ein älterer Mann seine eintätowierte KZ-Nummer zeigte, hat ihn das nicht sonderlich beeindruckt.

Die letzten spektakulären Übergriffe auf jüdische Bürger fanden aber vor wenigen Wochen von Zugewanderten aus dem Nahen Osten statt. Dem Bundestag war das keine besondere Erwähnung wert. Das verbietet der Zeitgeist und vermutlich will der Zentralrat der Muslime so etwas gar nicht hören, man braucht schließlich keine Lehrstunde. Ein klassischer Zielkonflikt für die Abgeordneten.

Die Lösung: Wir verschweigen das Eine und überhöhen zum Ausgleich das Andere.

Auch und besonders für Wolfgang Thierse gibt es Antisemitismus daher nur von deutscher rechter Seite. Konsequent hat deshalb gefordert, dass Initiativen gegen Rechtsextremismus endlich dauerhaft finanziert werden müssten. Da klatschen wiederum die LINKEN –zu der sich Thierse ideologisch eigentlich zählt- spontan Beifall, ein guter Teil ihrer Klientel lebt vom Kampfgegen die zumindest teilweise halluzinierte Gefahr von Rechts.

Und Kampf meinen die Linksfaschisten hier durchaus im Sinne des Wortes. Gekämpft wird im schwarzen Block gegen alles, was nicht links der SPD steht. Ganz besonders gewalttätig gegen die Polizei. Ein Teil der vom Staat gegebenen 24 Millionen Euro zur Bekämpfung des Rechtsextremismus landet dann bei Organisatoren von Antifa-Camps. Dort wird dann in Workshops gelernt, die man eben diesem Staat am besten schaden kann. Die perfekt geplanten Terroranschläge auf BahnPost und Bundeswehr der letzten Jahre sind die Ergebnisse.

Dass Zauselbart Thierse 2013 den Bundestag nach dann 23 Jahren verlassen muss –Jüngere wollen an die Fleischtöpfe- ist ein Segen für die Demokratie.
Verwiesen sei auf die unsägliche Blockadeaktion von 2010. Thierse, schon immer ein wackerer Kämpfer gegen Rechtsextremismus, hatte damals seine Privilegien als BT-Abgeordneter missbraucht, um ein Polizeisperre zu überwinden und danach eine Sitzblockade zu initiieren. Das war sogar der DGB-nahen Gewerkschaft der Polizei zu viel.

Für Thierse hatte und hat sein Verhalten keine nachhaltigen Konsequenzen. Der Zeitgeist lässt grüßen.