Das ungehörige Volk

Zwei Meldungen, die auf den ersten Blick nichts mit den eigentlich unbedeutenden Landtags-Wahlen der vergangenen Wochenenden zu tun haben. Auf den zweiten schon, denn auch durch technische Umwälzungen ist der grandiosen Erfolg der AfD bei beiden Wahlen möglich geworden.

Zum einen hat Netflix seinen Service nun auch in Deutschland gestartet. Es ist ein Streaming-Dienst, eine Art Fernsehen per Mausklick, wie es schon einige in Deutschland gibt. Nichts wirklich Neues, aber die Amerikaner kommen mit wuchtigem Finanzpolster. Sie werden dem traditionellen Fernsehen weiteren Boden abgraben.

Zum anderen hat die FAZ heute angekündigt, dass sie 200 Mitarbeitern kündigen muss, weil die Auflage erneut eingebrochen ist.

Das traditionelle Fernsehen ist technisch überholt, das Medium Zeitung ist schon länger am Ende. Um die Pfründe zu sichern, ist 2012 noch schnell die Pauschalabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingeführt worden. Damit sollte vor allem Einfluss des politischen Establishments gesichert werden. Und dieses Milieu hetzt jetzt regelrecht gegen die AfD, diesem Störenfried im ausbalancierten Machtverteilungsapparat.

Wie dramatische der Kontaktverlust zur realen Welt bei den Schreiberlingen in ihren Elfenbeintürmen ist, zeigt der wohl arroganteste Beitrag zum Wahlerfolg der AfD. Geliefert hat ihn ein Herr Veid Medick:

„Die AfD! Das ist – zur Erinnerung – jene Truppe, die das Land gerne wieder so hätte, wie es vor 20 Jahren mal war. Ohne Euro, weniger bunt, mit klarem Bekenntnis zum Primat der klassischen Einverdienerehe. Nein, diese Partei passt nicht ins Deutschland des 21. Jahrhunderts. Das muss ja wohl jedem klar sein, der halbwegs bei Sinnen ist.“

Es scheint ihnen gar nicht mehr denkbar zu sein, dass es Menschen gibt, denen es mittlerweile etwas zu bunt geworden ist in unserer Republik. Die im Euro ein Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung Europas sehen. Die nicht in einer
schwul-lesbischen Beziehung leben.

Alle Hetze wird dem abgewirtschafteten Juste Milieu nicht mehr helfen.

Die Menschen in Deutschland und Europa haben so viele Alternativen wie nie, sich umfassend zu informieren. Sie nutzen die Alternativen. Und sie wählen sie.