Dreist, Dreister, Mazyek

Vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime ist man ja einiges gewohnt. Ist er doch selbsternannter Cheflobbyist der Muslime in Deutschland, deren Zahl in Deutschland Anfang 2015 noch etwas über 4 Millionen betrug, im Zuge Angela Merkels Flüchtlingspolitik heute schon auf 5 Millionen gestiegen ist. Tendenz stark steigend.
Im Nachgang der an sich unbedeutenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern hat er der WELT jetzt ein Interview gegeben, dass alles bisherige in den Schatten stellt.

Die Leier vom Rassismus

Nicht die Flüchtlingspolitik Merkels allein sei Schuld am Wahlergebnis in Meck.-Pom., sondern die „tiefe Verankerung rassistischer Ressentiments in der Gesellschaft“.
Damit nicht genug. Nicht nur Angriffe auf Flüchtlingsheime nähmen zu. Nein, ebenso die körperlichen und verbalen Angriffe auf Muslime auf der Straße.

Mazyek erdreistet sich zu äußern:

Man ist geradezu erschlagen angesichts der Häufung von Vorurteilen und auch Hass, der einem entgegenschlägt.

Erschlagen vom Hass wurden auch Johnny K. in Berlin (2012), David S. in Weyhe (2013), Tunce A. in Frankfurt (2014), Frank M. in Essen (2015), Niklas P. (2016).
Und seltsam, die Täter waren allesamt Angehörige der Religion, die Mazyek so vehement vertritt.
Nicht erwähnt sind die Toten, bei denen es der Lückenpresse gelungen ist, sie in den Regionalspalten zu beerdigen, die Opfer von Ehrenmorden, die Halberschlagenen und die Massen an zumeist deutschen Jugendlichen, die den alltäglichen Terror der neuen muslimischen Herrenmenschen tagtäglich aushalten müssen. Es sind die namenlosen Opfa muslimischen Rassismus.

Islamophob. Alle. Grundlos.

Mazyek wütet weiter. Eine Trennlinie zwischen Islam und Islamismus gäbe es in vielen (natürlich deutschen) Köpfen nicht.
Tatsächlich gibt es diese Trennlinie nicht. Gäbe es sie, müssten Millionen Muslime nach jedem der beinahe täglichen Anschläge weltweit auf die Straße gehen und gegen diese exzessive Brutalität aufs Schärfste protestieren. Das tun sie aber nicht. Nicht mal dann, wenn Muslime dabei zerfetzt, geköpft oder erschossen werden. Schon gar nicht gibt es ansatzweise Zuarbeit aus den Moscheegemeinden selbst, die gemäß dieser Trennlinie jeden Extremisten an die Behörden melden müssten.

Sanktionen, wenn’s nicht passt

Mit Blick auf die AfD bedauert Mazyek, dass es früher Sanktionen gab, gegen solche Parteien. Was er mit Sanktionen meint, lässt Mazyek offen, zeigt aber so, wes Geistes Kind er ist. Er fordert also Sanktionen , wenn eine Partei erstarkt, die die exklusiven Probleme benennt, die seine Religion diesem Land zumutet.
Wer weiß, vielleicht blickt der Sunnit Mazyek sehnsüchtig auf die Türkei, dessen sunnititischer Despot Erdogan genau solche „Sanktionen“ gegen politisch Andersdenkende durchsetzt. Westentaschenagitator Maas ist sein Wunsch bereits seit längerem Befehl.

Natürlich weiß Mazyek, dass er lügt und das genaue Gegenteil seiner Behauptungen zutreffen. Aber solche Wirklichkeitsumkehrungen treffen den Wunsch viele Muslime nach Viktimisierung. Wir sind nicht Täter, sondern Opfer. Und wenn wir Täter werden, ist es mehr oder weniger Notwehr gegen die „körperlichen und verbalen Angriffe auf Muslime auf der Straße“. Und gegen den tief sitzenden Rassismus der Deutschen. Als hervorragend vernetzter Medienberater spürt Mazyek, was die Muslime in Deutschland hören wollen und wie er die wachsweiche deutsche Polit-Elite vor sich hertreiben kann. Das macht ihn zum geistigen Brandstifter par excellence. Das gewähren lassen und hofieren dieser Figur durch die Bundesregierung verrät viele Muslime, die gesetzestreu hier leben und Religion Religion sein lassen.

FDP-Mitglied Mazyek ist ein Paradebeispiel, wie desintegriert selbst jemand sein kann, der ein deutsches Elternteil hat und hier geboren wurde. Nie hat man hierzulande einen buddhistischen Asiaten, einen orthodoxen Russen, einen evangelikalen Amerikaner oder christlichen Afrikaner so reden hören. Er und seine Vorstellungen gehören nicht zu Deutschland.
Dennoch war er Wortführer bei der Islamkonferenz, die de facto gescheitert ist.
Dennoch war er es, bei dem sich Angela Merkel in einem zynischen Schauspiel nach dem Pariser Januar-Schlachtfest des Islam untergehakt hat.

Bei nächster Gelegenheit wird sie wieder um seine Gunst buhlen. So tief kann ein Land sinken.

Bild: Flickr/Jakub Szypulka/CC BY 2.0