Die Blockwarte haben gesäubert (Teil II)

Gestern und vorgestern haben sich die beiden großen Wochenmagazine Deutschlands per Kommentar der Säuberungsaktion des Thienemann-Verlags mit seiner Kleinen Hexe angenommen.

Beim SPIEGEL durfte Jan Fleischhauer ran, der dort ab und zu den konservativen Hofnarr geben darf (Link zum Text). Sein Kommentar gleicht eigenartiger Weise dem Text des Zeitgeist-Guerillero, der seit Sonntag Online geschalten ist. Hat Fleischhauer beim Zeitgeist-Guerillero abgeschrieben? Das wäre zu schön um wahr zu sein. Ist aber eher unwahrscheinlich.

Damit aber niemand auf die Idee kommt, beim SPIEGEL hätte man Humor, durfte der SPIEGEL-Blogger Jan Dietz gleich mit einer Gegenmeinung um die Ecke kommen, die voll dem Zeitgeist entspricht.

Ein interessanter Debattenbeitrag kommt auch vom FOCUS. Der Autor Axel Hacke hatte ein Buch herausgebracht, das den Titel „Neger Wumbaba“ trägt. Die Reaktionen diverser Bestmenschen – köstlich.
Beispiel: „Als Angehöriger der weißen Mehrheit in Deutschland stehe es ihm aber nicht zu, frei zu entscheiden, ob er politisch korrekt sein möchte oder nicht“….

Die Blockwarte haben gesäubert (Teil I)

Der Verlag des Kinderbuches Die kleine Hexe hat angekündigt, das Wort Neger aus dem Buch zu streichen und auch sonst das gesamte Sortiment nach politisch unkorrekten Wörtern zu durchforsten und ggf. zu reinigen (der Verlag nennt es Modernisieren).

Die Sprache eines Buches spiegelt die Entstehungszeit wieder. Mit der Streichung missliebiger Worte nimmt man den Geschichten bewusst diese Dimension. Welch eine Anmaßung der Sprach-Blockwarte, die moralischen Vorstellungen der Gegenwart als einzig gültige zu akzeptieren und zuzulassen! Auch wenn der Verlag selbst natürlich das Gegenteil behauptet.
Es steht jedem Vorleser frei, den Kindern zu erklären, dass das Wort Neger [span. Negro= Schwarzer] heute nicht mehr verwendet wird. Das es aber früher so gewesen ist und weshalb. Schwieriger wird es bei Bezeichnungen für Menschen, die in der Zeitgeist-Nomenklatura so weit oben stehen, dass es keine Worte mehr für sie gibt, die Zigeuner. Zigeuner geht gar nicht mehr, die politische ultrakorrekte Bezeichnung Mobile ethnische Minderheit ist mittlerweile verpönt, von Sinti und Roma fühlen sich nicht alle angesprochen.

Das Neusprech-Problem stellt sich aber sowieso nur Menschen, die ihren Kindern noch vorlesen, oder Bücher in die Hand geben.

Die kettenrauchende Ruhrpottmutti wird dagegen kaum auf die Idee kommen, ihren Kindern Die kleine Hexe vorzulesen. Deren Kinder dürfen dafür das wertvolle und zur Nächstenliebe erziehende Programm von RTL II konsumieren. Keinerlei Aufschrei dagegen. Die geistige Vermüllung von Kindern wird von Sozialingenieuren unter Freiheit subsumiert.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden in Deutschland Wörter gestrichen, die an jüdisches Leben erinnerten. Im diktatorischen Pedant des Kommunismus wurden aufwendig Personen von Bildern entfernt, die in Ungnade gefallen waren. Und Bürger dieses Landes, welche die DDR noch leibhaftig erleben mussten, wissen aus eigener Anschauung, was „die Zunge hüten“ bedeutet.
Die politischen Strukturen hinter diesen Bilderstürmereien haben eines gemeinsam, sie waren totalitär.

Gegen diese Beispiele ist die Säuberung althergebrachter Märchen noch ein laues Lüftchen. Aber wie sieht es bei uns tatsächlich aus?

Vor einigen Jahren ist sogar die Bibel-Übersetzung von Luther „gegendert“ worden, allerdings konnte sich die Version bisher nicht durchsetzen.

Im Dezember letzten Jahres hatte die Familienministerin der Christlich-Demokratischen-Union den lieben Gott kurzerhand in das Gott umbenannt, auf das die von ihr beglückten Kinder nicht auf die Idee kämen, das Gott einem Geschlecht zugeordnet werden könne.

Es ist das gezielte und schrittweise Aufweichen des Dammes, der totalitären Systemen den Weg versperrt.

Nicht umsonst hat unser Grundgesetz der Meinungs- und Informationsfreiheit einen der vorderen Plätze zugewiesen.

Dass sich Verlage im Namen der Toleranz selbst zensieren, damit konnten die Väter des Grundgesetzes nicht rechnen.

Selbstzensur im Namen der Toleranz! Willkommen bei Orwell.

Brüssel beglückt mal wieder

Generalstreik im gesamten europäischen Olivengürtel und Frankreich. Gewalttätige Demonstrationen gegen die Sparpolitik der jeweiligen Regierungen. Man darf gespannt sein, wann in Griechenland die Armee putscht. Die deutschen Steuerzahler werden mit schlappen 17 Mrd. erstmals direkt zur Kasse gebeten, der Seelenverkäufer Schäuble wartet nur auf den richtigen Augenblick, bevor er diese Packung mit hämischen Grinsen seinem Volk auf’s Auge drückt.

Ja gibt’s denn im Friedensnobelpreis-Europa gar keinen Silberstreif am Horizont?

Doch! Die Frauenquote.

Wenn sich Erfolge nicht von selbst einstellen, dann macht sich Brüssel eben selbst welche. So wie mit der Glühbirnenverordnung, ebenfalls ein voller Erfolg für die Bürger Europas.

Und so verkündet die EU-Frauenministerin Reding in Siegerpose, dass sie einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht hat, der Frauen 40% der Stellen in börsennotierten Unternehmen sichert. Damit ist sicher, dass die Quote kommt, denn das Europaparlament ist eine Alibiveranstaltung mit Abnick-Garantie.

Im Ergebnis nützt diese Quote einer winzigen Schicht von Karrierefrauen. Schaden wird dagegen bei den Unternehmen verursacht, die sich von außen in ihrer unternehmerischen Freiheit einschränken lassen müssen. Der Brüsseler Sozialismus schleicht sich auf leisen Pfoten heran.

Noch hält die Bundesregierung dagegen, insbesondere Familienministerin Schröder. Frei von Quotenvisionen ist aber auch sie nicht. Die von ihr favorisierte Flexi-Quote funktioniert in etwa so: Ein Unternehmen legt selbst fest, wie viele Frauen in Führungspositionen kommen sollen und verkünden dies öffentlich. Erreichen sie das selbst gesteckte Ziel nicht, greifen Sanktionen.

Das gesamte Zeitgeist-Lager von Linkspartei über GRÜNE bis SPD ist dagegen von den Neuigkeiten aus Brüssel begeistert und fordert noch viel mehr. Und weil die Sozialdemokratisierung der CDU fast abgeschlossen ist, gibt es in Teilen auch hier Zustimmung zur Quote.

Sicher ist, die Karrierefrauenquote kommt. Und es gilt ja auch noch viele weitere Lobbygruppen mit Quoten zu versorgen. Da schwant einem Fürchterliches.