Europäischer Realitätsverlust

Kanzlerin Merkel sieht den russischen Präsidenten Putin im Krim-Konflikt in einer anderen Welt. Das ist er wohl. Fraglich ist, wer von den beiden in der Realität lebt. Basierend auf den Ereignissen der letzten Woche ist das ganz eindeutig Putin. Er hat mit einem entschlossenen Einsatz seiner Armee Fakten geschaffen. Die Professionalität der russischen Armee beeindruckt auf allen Ebenen. Das hat gar nichts mehr mit der alten sowjetischen Militärdoktrin des Masseneinsatzes schlecht ausgebildeter Soldaten zu tun. Der 4-Tage Krieg in Georgien 2008 hätte Warnung genug sein müssen.

Europa hat der russischen Armee keinerlei Drohpotential mehr entgegenzusetzen, die Armeen des alten Europa verdienen ja kaum noch diese Bezeichnung.

Obendrein haben die USA haben vor wenigen Tagen die massivste Verkleinerung ihrer Truppenstärke seit dem II. Weltkrieg verkündet. Die USA sind schlicht pleite. Genau wie die Europäische Union.

Russland sitzt dagegen auf Rohstoffen im Wert von vielen Billionen Dollar. Von diesen Rohstoffen hängt Europa ab und Präsident Putin kann alleine darüber entscheiden, ob er Europa weiterhin mit diesen Rohstoffen versorgen will. Ein dritter -ebenfalls sehr potenter- Global Player würde Putins Gas und Öl ebenfalls gerne abnehmen: China.

Putins Russland konnte in der Vergangenheit tun und lassen, was es wollte. Stets blickte der Westen in arroganter Art und Weise auf die Russen herab.

Dass Russland eine andere Haltung zu Homosexuellen hat, das war regelmäßig Thema in den Abendnachrichten und wurde als Zeichen russischer Rückständigkeit gewertet. Russlands Haltung zum Syrienkonflikt ebenso. Die Olympischen Spiele in Sotschi: Zu teuer, zu warm, die Arbeiter allesamt ausgebeutet. Und dann fehlt auch noch eine Trennwand in einer Toilette.

Zusagen wurden en masse gebrochen, ehemals sowjetische Satellitenstaaten in die NATO integriert, slawische Staaten in die EU aufgenommen, mit Serbien wurde 1999 ein slawisches Bruderland bombardiert.

Das alles hat die Russen gekränkt, die rote Linie wurde aber jetzt mit der massiven finanziellen und ideellen Unterstützung der ukrainischen Opposition überschritten.

Nun schützt Russland seine Bürger und dies ist die vornehmste Aufgabe eines Staates. Und Russland kann sich des Dankes seiner Bürger gewiss sein. Nirgendwo sind russische Truppen auf Widerstand aus der Bevölkerung gestoßen. Das Ergebnis steht fest, die Ukraine wird geteilt, die russischstämmige Bevölkerung will zu Russland.

Die Ukrainer dagegen wollen an die Fleischtöpfe Europas. An die vermeintlichen Fleischtöpfe besser gesagt, Europa hat seine Kräfte bereits jetzt völlig überdehnt.

Was Europas Duodezfürsten ebenfalls befremdlich vorkommen wird: Da wollen Menschen tatsächlich mit ihresgleichen zusammenleben und verweigern sich der Gleichheitsideologie sogenannter universaler (in Wirklichkeit westlicher) Werte. Das geht gar nicht, da müssen Sanktionen her!

Putin und die Russen haben merklich an Selbstbewusstsein gewonnen und es schlicht nicht mehr nötig, sich dem Westen anzubiedern. Bezeichnend der wütende Ruf eines russischen Patrioten (das ZDF bezeichnet ihn natürlich als Nationalisten) in eine westliche Kamera: „Wir wollen nicht in diesem schwulen Europa leben!“

Da der Westen ziemlich blank in der Manege steht, bettelt man fast um eine diplomatische Lösung. Die farblose EU-Außenbeauftragte Ashton ignoriert Putin nicht mal. Russland verhandelt eben nicht mit Europa, sondern mit den USA, Großbritannien und Deutschland. Welches „Ansehen“ diese Europäische Union auch anderswo besitzt, hat ausgerechnet die US-Diplomatin Nuland mit ihrem Fuck the EU auf den Punkt gebracht.

Russland ist zurück auf der Weltbühne, Europas Hybris ist erstmals auf handfesten Widerstand getroffen und schon bleibt nichts mehr davon übrig.

Die europäischen Funktionseliten verstehen die Welt nicht mehr, weil diese eine andere ist.

Sie sind der Realität verlustig gegangen.

Gewählt

Zwei Wahlen bewegen die Gemüter in Deutschland heftig.

Zunächst haben die GRÜNEN mal wieder Maßstäbe gesetzt und erstmals ihre Spitzenkandidaten von der Basis wählen lassen. Sehr demokratisch und sicher ein Weg, Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

Das Beste am Ergebnis ist, dass unser aller Eichhörnchen auf Crack –Claudia Roth- eine krachende Niederlage erfahren hat, wie sie selbst immer so schön zu sagen pflegt. Boshaft freut sich der Autor dieser Zeilen hier ganz persönlich.

Voll im Zeitgeist schwingend dagegen ein entscheidender Wahlmodus: Gewählt werden mussten mindestens eine Frau. Aber die GRÜNEN währen nicht die GRÜNEN, wenn sie da nicht noch einen drauf setzen könnten. Es konnten nämlich auch zwei Frauen zu SpitzenkandidatInnen gewählt werden, nicht aber zwei Männer. Nur ganz kurz überlegt, ob das denn mit den strengen Maßstäben des Gender Mainstreaming zusammenpasst. Diese völlig verquere und menschenfeindliche Ideologie vertreten die GRÜNEN selbstredend. Denn wer weiß, vielleicht entscheidet sich Jürgen Trittin aus seiner Geschlechter-Rolle auszubrechen und im kurzen Schwarzen Wahlkampf zu betreiben.

Ein kurzer Überblick über das bisherige Wirken der beiden Kandidaten.

Göhring-Eckardt ist ein Kind der DDR. In schwierigem Umfeld hat sie sich dennoch bereits in jungen Jahren in der evangelischen Kirche engagiert. Das war ohne großen Mut und einer moralischen Grundfestigkeit in diesem Unrechtsstaat sicher nicht zu schaffen. Für typisch GRÜNES Sektierertum ist sie nicht zu haben, sie ist nach wie vor fest in der Kirche verankert. Wählbar auch für die Mitte.. Ihre Wahl durch die GRÜNE Basis zeigt, dass es dort Reste von Verstand, wenn nicht sogar so etwas wie konservativem Gedankengut gibt.

Anders Jürgen Trittin. Er ist ganz Kind des fetten West-Wohlstands. Studium zum Sozialwirt, während es Studiums Mitgliedschaft beim kommunistischen Bund. Er hat eine klassische GRÜNE Karriere durchlaufen und ist durch GRÜNE Ämter- und Mandatbesonderheiten in manches Amt gespült worden.

Ältere haben noch vor Augen, wie er und seine Fraktion beim spontanen Singen der Nationalhymne nach Maueröffnung im Bundestag demonstrativ sitzen blieb. Später hat er geäußert, dass die Hymne nie über seine Lippen kommen würde.  Das zeigt, welch Geistes Kindes er ist. So verwundert es nicht, dass es Trittin gar nicht schnell genug gehen kann, bis sein ungeliebtes Deutschland sich ganz und gar dem sozialistischen Europa hingibt. Mehrfach hat er die Einführung von Euro-Bonds gefordert, also das Schultern der Schulden Europas durch deutsche Steuerzahler. Sonst noch was? Trittin hat als Umweltminister maßgeblich an der Einführung des Dosenpfandes Mitschuld. Seitdem hat sich der Anteil Mehrwegflaschen fast halbiert. Dieser Mann ist eine Gefahr für unser Land.

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Und dann war da noch die US-Wahl.

Die meisten Deutschen freuen sich über die Wiederwahl Obamas. Kaum jemand kann sich dem Charisma und seiner predigerhaften Art zu reden, komplett ganz entziehen.

Die USA erleben seit einem letzten Jahrzehnt einen wirklich atemberaubenden Abstieg. Ein gerechter, aber von Beginn an falsch geführter Krieg in Afghanistan plus ein ungerechter, haarsträubend falsch geführter Krieg im Irak haben die Vereinigten Staaten an den Abgrund geführt. Nicht nur, dass beide Kriege verloren wurden, die finanzielle Belastung hat zu einer solchen Auszehrung des Landes geführt, dass die Staaten in Teilen auf 3. Welt Niveau gesunken sind. Die USA haben ihre Vormachtstellung nachhaltig und wahrscheinlich für immer verzockt. Zudem ist das Land tief gespalten. Was die Wahl aber nachhaltig gezeigt hat: Die jahrhundertelange Vorherrschaft der so genannten WASP-Eliten (White Anglo Saxon Protestantic) ist endgültig gebrochen. Entschieden haben die Wahl die Afro-Amerikaner und die Hispanics.

Für Deutschland hat die Wahl im Grunde wenig Bedeutung. Die Wiederwahl Obamas ist dennoch mit leichten Nachteilen für unser Land behaftet. Einem Obama kann man deutsche Truppen und Finanzhilfen (oder was auch immer gefordert wird) eben schwerer verweigern als einem Bush-Nachfolger Romney. Da Nord-Amerika seine Überdehnung nicht mehr alleine stemmen kann, werden diese Forderungen kommen. Das ist sicher wie das Amen in der Kirche.