Die Einheitsfront steht

Drei Wochen nach den Landtagswahlen ist in Sachsen-Anhalt erstmals eine Koalition aus CDU, SPD und den GRÜNEN gebildet worden. In Baden-Württemberg wird die CDU Juniorpartner der GRÜNEN.
Das alles ist so geräuschlos vonstatten gegangen, als wären solche Konstellationen seit Jahren erprobt und bewährt. Bei genauerer Betrachtung sind sie das auch. Die letzte echte Opposition im Bundestag? Lange her, muss so Mitte der 90er gewesen sein.

Seither wird alles durchgewunken, was die vitale Zukunft des Landes wirklich betrifft. Wenn es dessen überhaupt noch bedarf. Wirklich Bedeutsames wird ohnehin schon vom EuGH oder dem Diktatorenpaar Schulz/Junkers entschieden.

Dem Wähler wird hingegen signalisiert, dass er wählen kann, was er will. Wir werden euren Willen nicht respektieren, unter keinen Umständen.

Am schönsten hat das die Dame mit der unvergleichlichen Betonfrisur am Abend des 13. März klargemacht. Die Herrin der total maroden Bundeswehr konnte bei Anne Will nicht mehr an sich halten und hat sich für Augenblicke bis zur Kenntlichkeit demaskiert.

Es war in etwa derselbe Realitätsverlust, den Ex-Kanzler Schröder nach seiner Abwahl 2005 erlitten hat. Aber der war immerhin betrunken. Und selbst da hatte er noch mehr Stil & Form.

Es wird zugleich immer klarer, dass sich die abgehobene Politikerkaste der Realität auch gar nicht mehr stellen muss. Mit dem unliebsamen politischen Gegner wird man immer fertig, solange der bei 49% stehen bleibt. Denn wenn die Kanzlerin Alternativlosigkeit befiehlt, heben die anderen 51% der Parlamentarier brav die Hand.

Bleibt der Mann von der Straße, dessen Hilflosigkeit & Verzweiflung angesichts solcher zutiefst antidemokratischer Reflexe mit Händen zu greifen ist. Den verarztet die Justiz.

Vorgestern wurde vermeldet, dass ein Arbeitsloser zu 2000€ Geldstrafe verurteilt wurde, weil er gegen die Kanzlerin „gehetzt“ hat („Merkel sollte man öffentlich steinigen“). Der Mann ist damit über Jahre ruiniert, nicht mal seine stalineske Beichte hat ihm da noch geholfen.
Sicher ist es völlig geschmacklos, wenn der fordert, die Kanzlerin zu steinigen. Andererseits hat die Kanzlerin nach dem Januar-Massaker in Paris festgestellt, dass der Islam (unterschiedslos) zu Deutschland gehört. Und da gehört das Steinigen zur Tradition und wird gerade in lupenreinen Demokratien wie Saudi-Arabien noch gerne angewandt.

Das Signal des Urteils ist aber ein anderes: Wer sich (ungelenk oder auch nicht) gegen die Kanzlerin äußert, wird von der Justiz ruiniert und von den Medien vorgeführt. Das Ganze erhält wohlwollende Zustimmung der Politik.
Ohnehin ist Hetze das Signalwort, mit dem die Meinungsfreiheit vollends ad absurdum geführt wird. Sollte der Anfang 2015 erheblich erweiterte §130 StGB mal nicht greifen, dann wird die Gegenrede eben als Hetze stigmatisiert.

Wer als Establishment-Politiker dagegen gegen das Volk hetzt, wird vielleicht vom Wähler abgestraft, was ihn aber nicht weiter interessieren muss.  Dafür darf er sich im Ersatzparlament Talkshow einer klaren Kante rühmen, der ein Zeichen gesetzt hat gegen irgendwas.

Die Fassade bröckelt, aber die Einheitsfront steht. Wie in der DDR der 80er.

Nichts gelernt

Zu Beginn standen die hessischen Kommunalwahlen vom 6 März. Die Partei mit dem seltsamen Namen Alternative für Deutschland konnte dort aus dem Stand zweistellige Ergebnisse einfahren. Dieser Entscheid des Souveräns hat zu folgenden Reaktionen des politisch-medialen Komplexes geführt:

Einzig in der Welt findet sich ein nachdenklicher Artikel.

Währenddessen stiegen die Prognosen für die AfD in den drei Bundesländern immer weiter. Jetzt gab es im politisch-medialen Komplex kein Halten mehr. Es kam zu Tiraden, die in der Geschichte der Bundesrepublik ihresgleichen suchen. Kein Tag verging, an dem die neue demokratische Konkurrenz nicht mit größter Einfalt verteufelt wurde. Schlecht für die Wirtschaft, zutiefst unsozial, rassistisch, rechtsextrem, homophob, gegen Merkel. Noch am Morgen des 13. März wurde die AfD zum Gott-sei-bei-uns erklärt.

Und nach der Wahl?

Der Erziehungsjournalismus wird am späten Abend des 13. März munter fortgeführt.
Das Attribut rechtsradikal/-extrem spart man sich, am Wahlabend belässt man es bei Rechtspopulismus. Die Berichterstattung von den Wahlparties lässt aber keinen Zweifel an der Tendenz. In Mainz wird Malu Dreyer bejubelt, in Stuttgart brüllt, skandiert und schreit die AfD.
Kurz nachdem die SPD in zwei Bundesländern brutale Wahlniederlage erlitten hat, diktiert der Vorsitzende der ehemaligen Volkspartei SPD in die Mikrofone:

Die demokratische Mitte ist nicht stärker, sondern kleiner geworden.

Gabriel und andere erteilen mit offener Hetze und unverhohlenem Hass seit Wochen informelle Aufträge an den militanten Arm der Linken, die auch schon fleißig ausgeführt werden. Dazu eine Grafik der Forschungsgruppe Extremismus und Militanz.

FGEM
Autos brennen, Wände werden beschmiert, die Mainstream-Medien schweigen dröhnend. Beim Tortenwurf wurden sie hämisch. Dabei war das ein Test der extremen Linken, wie weit sie gehen können. Das Ergebnis lautet: Wenn wir nächstes mal eine Handgranate werfen, wird sich die Empörung zumindest in Grenzen halten.
Die RAF war auch erst eine Spaß-Guerilla, am Schluss hatte sie mehr als 30 Tote zu verantworten.

Bei Anne Will geben drei Stunden nach Schließung der Wahllokale die üblichen Verdächtigen ein beeindruckendes Zeugnis ihrer Verachtung für einen beachtlichen Teil der Wählerschaft.
Gerade-noch Doktorin von der Leyhen gibt die Richtung vor: Jetzt gibt es Landtagsprotokolle. Will heißen: Wir werden jeden Anfängerfehler, jeden Versprecher, jede Tapsigkeit öffentlich machen. Wir werden euch fertig machen, wo wir können. Was aus den hasserfüllten Reaktionen der Etablierten ablesbar ist: Diese Menschen, die die AfD wählen und vertreten, das sind gar keine Menschen. Die müssen bestraft werden, die müssen verfolgt werden.

Sie werden das Gegenteil bewirken. Sie haben nichts gelernt.

 

 

Das ungehörige Volk

Zwei Meldungen, die auf den ersten Blick nichts mit den eigentlich unbedeutenden Landtags-Wahlen der vergangenen Wochenenden zu tun haben. Auf den zweiten schon, denn auch durch technische Umwälzungen ist der grandiosen Erfolg der AfD bei beiden Wahlen möglich geworden.

Zum einen hat Netflix seinen Service nun auch in Deutschland gestartet. Es ist ein Streaming-Dienst, eine Art Fernsehen per Mausklick, wie es schon einige in Deutschland gibt. Nichts wirklich Neues, aber die Amerikaner kommen mit wuchtigem Finanzpolster. Sie werden dem traditionellen Fernsehen weiteren Boden abgraben.

Zum anderen hat die FAZ heute angekündigt, dass sie 200 Mitarbeitern kündigen muss, weil die Auflage erneut eingebrochen ist.

Das traditionelle Fernsehen ist technisch überholt, das Medium Zeitung ist schon länger am Ende. Um die Pfründe zu sichern, ist 2012 noch schnell die Pauschalabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingeführt worden. Damit sollte vor allem Einfluss des politischen Establishments gesichert werden. Und dieses Milieu hetzt jetzt regelrecht gegen die AfD, diesem Störenfried im ausbalancierten Machtverteilungsapparat.

Wie dramatische der Kontaktverlust zur realen Welt bei den Schreiberlingen in ihren Elfenbeintürmen ist, zeigt der wohl arroganteste Beitrag zum Wahlerfolg der AfD. Geliefert hat ihn ein Herr Veid Medick:

„Die AfD! Das ist – zur Erinnerung – jene Truppe, die das Land gerne wieder so hätte, wie es vor 20 Jahren mal war. Ohne Euro, weniger bunt, mit klarem Bekenntnis zum Primat der klassischen Einverdienerehe. Nein, diese Partei passt nicht ins Deutschland des 21. Jahrhunderts. Das muss ja wohl jedem klar sein, der halbwegs bei Sinnen ist.“

Es scheint ihnen gar nicht mehr denkbar zu sein, dass es Menschen gibt, denen es mittlerweile etwas zu bunt geworden ist in unserer Republik. Die im Euro ein Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung Europas sehen. Die nicht in einer
schwul-lesbischen Beziehung leben.

Alle Hetze wird dem abgewirtschafteten Juste Milieu nicht mehr helfen.

Die Menschen in Deutschland und Europa haben so viele Alternativen wie nie, sich umfassend zu informieren. Sie nutzen die Alternativen. Und sie wählen sie.

Stired it up!

You can fool some people sometimes, but you can’t fool all the people all the times (Bob Marley). Diese alte Weisheit hat sich bei der Europawahl am Sonntag wieder bewahrheitet.

Die Wahl ist ein politisches Erdbeben, ein Erwachen des Stimmviehs aus jahrzehntelanger Apathie. Ein gutes Zeichen dafür, dass Brüssel die Demokratie trotz allen Bemühens nicht kleinkriegt.

Obwohl nicht dazu gedacht, wirkt die Wahl weit in die Nationalstaaten hinein. In Frankreich hat die regierende Partei 14% der Stimmen erreicht, 10 % weniger als der Front National. Für den französischen Präsidenten ist das eine Katastrophe, eigentlich kann er abtreten. Für die deutschen Mainstream-Medien ist es ein Grund für Schnappatmung und die reflexartige Beifügung des Attributs Rechtsextrem. Dass sich der Front National in den letzten Jahren erheblich nach links bewegt und damit für das bürgerliche Lager überhaupt erst wählbar wurde, das weiß die deutsche Journaille entweder nicht, oder es passt schlicht nicht ins Weltbild.

Im traditionellen Zweiparteienstaat England haben mit der UK Independence Party entschiedene EU-Gegner die Wahl gewonnen. Geführt wird die Partei vom polternden Briten Nigel Farange, der in der Vergangenheit durch pointierte Reden vor dem EU-Parlament auf sich aufmerksam gemacht hat.

Und hierzulande? Das Erdbeben ist hier deutlich schwächer ausgefallen, gleichwohl war es spürbar.

Größter Gewinner ist die Alternative für Deutschland. Im Vergleich zum FN und UKIP ist diese Partei geradezu handzahm mit ihren Forderungen. Warum aber die AfD nur ein Jahr nach ihrer Gründung trotz aller Diffamierungen, trotz aller Plakatzerstörungen, trotz aller Anfeindungen nur knapp den Einzug in den Bundestag verfehlt und ein halbes Jahr später 7% der Stimmen erhält, das wird nicht diskutiert.
Im Gegenteil. Die völlig konsternierte Berliner politische Kaste schlägt wie wild mit den althergebrachten Phrasen um sich. Der neue Stern am deutschen Parteienhimmel, für den sich 2 Millionen Wähler entschieden haben, wird wahlweise mit Begriffen wie Populismus, Rechtsradikalismus und gleich Faschismus bedacht. Andere Mittel hat die abgehalfterte Berliner Funktionselite nach jahrzehntelangem Machtmonopol offensichtlich nicht mehr. Doch die Nazi-Keule ist kein probates Mittel mehr, die Bürger vom eigenständigen Denken abzuhalten.

Als zweiter Sieger steht die SPD auf dem Treppchen. Nicht 7% wie die AfD, wohl aber 6,5% konnten die Sozialdemokraten dazugewinnen. Als einzige Partei hat die SPD einen klar Pro-EURO Kurs vertreten und hat sich damit durch ein klares Profil von den Konkurrenten abgehoben. Dafür sind die Genossen satt belohnt worden. Zwar ist die Haltung der SPD bedauernswert, für die demokratische Verfassung dieses Landes ist es dennoch ein gutes Zeichen. Die Europawahl könnte dazu führen, dass Parteien wieder unterscheidbar werden.

Die Europawahl 2014 ist ein Wendepunkt, so oder so. Sollten die Eurokraten in Brüssel die Signale verstanden haben, wird die EU auf das Maß zurückgestutzt, mit dem sie eine Existenzberechtigung hat.

Sollten die Signale ignoriert werden und sollte die EU den Kontinent weiter ins Elend führen, dann läuft die EU-Kommission Gefahr, dass jemand zur Tat schreitet, wie einst Graf von Stauffenberg.

Da bricht was auf

Letzter Abschwung zur Wahl des 18. deutschen Bundestages. Die FDP zittert, die CDU hat den Wahlkampf praktisch verweigert, die SPD verwaltet schon jetzt die Niederlage. Die GRÜNEN dürfen sich mit etwas beschäftigen, mit dem sie bisher erfolgreich andere erpresst haben: Vergangenheitsbewältigung.

Vor einem Jahr hätte hier einen Abgesang auf die etablierten Parteien begonnen.

Aber eine junge Partei hofft. Die Alternative für Deutschland (AfD).

Über mangelnde mediale Aufmerksamkeit kann sich die neue Partei jedenfalls nicht beschweren. Zunächst totgeschwiegen, konnte man die Bewegung auch in den parteinahen Chefredaktionen nicht mehr ignorieren.

Jetzt, in der Endphase zur Bundestagswahl bekommt die AfD sogar vom rot-grünen Hausblatt, dem SPIEGEL eine relativ faire Berichterstattung. Natürlich nur aus taktischen Gründen. Die AfD im Bundestag würde die Arithmetik der Blockparteien durcheinanderwürfeln und ist die letzte Chance für Rot-Rot-Grün.

Erreicht hat die AfD schon jetzt viel, sehr viel. Sie stellt den ersten spürbaren Widerstand gegen ein im politisch-korrekten Zeitgeist erstarrten Systems von Volksparteien dar, die sich des Staates bemächtigt haben und diesen in unerträglich arroganter Weise verschleudern und auflösen.

Wohl noch nie hat eine so junge Partei in so kurzer Zeit einen solchen Wahlkampf hingelegt. Geführt von Menschen, die ihre ganze Schaffenskraft und Lebenserfahrung mit einbringen. Getragen von vielen Verdrossenen, die plötzlich spüren, dass sie Widerstand leisten können. Dass es Wege aus der Ohnmacht gibt.

Gefahren bestehen für die AfD von zwei Seiten.

Nach innen droht nach der Wahl die Chaosphase. Natürlich werden Richtungskämpfe ausgetragen werden, die jetzt noch durch das gemeinsame Ziel des Einzugs in den Bundestag verdeckt werden. Es besteht aber berechtigte Hoffnung, dass die Parteiführung einen Zerfall der Partei verhindern kann.

Speziell Prof. Lucke hat bisher bewiesen, dass er innere Störungen erfolgreich schlichten kann. Zudem besteht die Partei im Gegensatz etwa zur Piratenpartei aus einer großen Zahl von Akademikern und Selbstständigen. Diese haben ihre Sturm- & Drangzeit meist hinter sich und stehen mitten im Leben.

Die weitaus größte Gefahr kommt daher von außen, von den etablierten Parteien im Verbund mit den ihnen hörigen Medien.

Für echte Bestrafungsaktionen der etablierten Parteien war vor der Bundestagswahl keine Zeit mehr.

Die kommen, wenn die AfD den Einzug schaffen sollte. Zwar lässt sich die AfD weder in die rechte noch in die linke Schublade packen und das ist auch gut so. Tendenziell spricht die Partei aber eher konservative Wähler an.

Vorbild für einen Angriff von außen könnte die Zerschlagung der Republikaner Ende der 90er sein. Die Partei hat sich als rechte, demokratische Oppositionspartei verstanden und war in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Legislaturperioden im Landtag vertreten. Das war den Blockparteien CDU und SPD dann doch zu lästig und so hat man den in der Partei agierenden Beamten kurzerhand die Pistole auf die Brust gesetzt und mit Konsequenzen gedroht, sollte man weiter für die Partei tätig sein. Auf einen Schlag war die Partei damit ihres Führungspersonals beraubt, denn die Republikaner waren eine Beamtenpartei. Danach hat man der Partei noch das Stigma Rechtsextrem verpasst und damit vollends erledigt.

Und im Zentralkomitee in Brüssel wird schon an Plänen geschmiedet, so genannte „EU-Hetze“ unter Strafe zu stellen…

Sollte die AfD nach dem 22.September das Momentum bis zur Wahl des Europaparlaments 2014 bewahren können, dann kann sie zur Keimzelle für das Aufbrechen des festgefahrenen Parteienstaates werden. So wie einst die GRÜNEN. Somit bleibt zu hoffen, dass der Einzug in den Bundestag gelingt.

Der Bundestag würde durch eine echte Oppositionspartei bereichert.

Belustigung fürs Stimmvieh

Die wachsende Zahl von Plakaten am Wegesrand verkünden es, bald ist wieder die staatsbürgerliche Pflicht des Wählens zu erfüllen. 2009 wollten nicht mal mehr dreiviertel aller Berechtigten am Spektakel teilnehmen. Ob es diesmal mehr werden, ist fraglich. Möglicherweise sehen einige Wähler in der neu angetretenen Formation AFD eine Alternative zu den etablierten Parteien.

Umso interessanter und unterhaltsamer sind die bereits geklebten Plakate. Nicht frei von Situationskomik, aber immerhin ehrlich sind die Plakate von den „Piraten“. Die Partei der Wohlstandskinder hat offenbar viel zu verteilen. Wie dieses Plakat verrät.

2013-08-12 15.20.27Nun sollte man nicht vom Gesicht eines Menschen auf dessen Lebensumstände schließen. Die Mimik in diesem Gesicht lässt aber darauf schließen, dass diesem Herrn ein Grundeinkommen ohne Gegenleistung gerade recht käme.

Dann die betont selbstbewusste junge Frau mit dem besorgten Gesichtsausdruck. Vor den Bauch2013-08-16 14.07.28 hält sie sich ein Notebook. Dies soll wohl eine Anspielung auf die gesellschaftliche Debatte der 80er-Jahre Debatte sein und greift den für den Fortbestand der Nation so schicksalhaften Abtreibungsparagrafen 218a StGB auf.

Sehr wahrscheinlich, dass diese Hedonisten-Vereinigung von den damaligen Vorgängen und den langfristigen Folgen für deren Wohlstand keinen blassen Schimmer hat.

2013-08-16 14.07.32Es lohnt aber auch, das Plakat genauer zu betrachten. Auf dem Notebook mit ihren ach so wichtigen Daten sind einige Aufkleber angebracht.

U.a. findet sich dort der dem Niveau der Parteimitglieder entsprechende Sprüche wie Sexistische Kackscheisse, Nazis wegflauschen und natürlich Atomkraft – nein Danke. Den Saft für ihren Rechner mitsamt ihrer Daten soll bitte schön politisch korrekt aus regenerativen Energien gewonnen werden. Tja, mehr braucht es heutzutage nicht mehr, um sich zum Zeitgeist zu bekennen…

Favorit ist aber jener Herr, der im Wahlkreis 20130812_132709Böblingen/Baden-Württemberg um Erststimmen buhlt. Dass es ein Sozialdemokrat ist, wird erst bei genauem Hinsehen klar. Mit seiner Partei will er nicht einmal mehr farblich etwas zu tun haben.

Schon bevor die überwiegend peinlichen Wahlwerbespots gesendet werden ist klar: Keine einzige Partei geht noch in die Tiefe, niemand geht noch die existenzielle demographische Frage an. Wie die lustige Bande, die auf dem Ozean munter Teile ihres Floßes absägen, um am helllichten Tag ein Feuer zu betreiben. Dazu geworfen wurden auch Zukunftstechnologien wie Gentechnik und die Stammzellenforschung.

Eine Schicksalswahl ist dies ohnehin nicht mehr. Das Schicksal der Bundesrepublik haben seine gewählten Repräsentanten in der vergangenen Wahlperiode seinen Schuldnern überreicht. Die werden es ohne Zögern zu ihren eigenen Gunsten wenden. Es ist völlig klar, dass auf die deutschen Steuerzahler Forderungen zukommen, die ihnen ihren hart erarbeiteten Wohlstand nehmen werden.

Bei Lichte betrachtet ist das aber kein echter Verlust. In dieser im Wohlstand vergreisten Gesellschaft –und das gilt für ganz Europa- wird dann einiges zurechtgerückt.

Gewählt

Zwei Wahlen bewegen die Gemüter in Deutschland heftig.

Zunächst haben die GRÜNEN mal wieder Maßstäbe gesetzt und erstmals ihre Spitzenkandidaten von der Basis wählen lassen. Sehr demokratisch und sicher ein Weg, Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

Das Beste am Ergebnis ist, dass unser aller Eichhörnchen auf Crack –Claudia Roth- eine krachende Niederlage erfahren hat, wie sie selbst immer so schön zu sagen pflegt. Boshaft freut sich der Autor dieser Zeilen hier ganz persönlich.

Voll im Zeitgeist schwingend dagegen ein entscheidender Wahlmodus: Gewählt werden mussten mindestens eine Frau. Aber die GRÜNEN währen nicht die GRÜNEN, wenn sie da nicht noch einen drauf setzen könnten. Es konnten nämlich auch zwei Frauen zu SpitzenkandidatInnen gewählt werden, nicht aber zwei Männer. Nur ganz kurz überlegt, ob das denn mit den strengen Maßstäben des Gender Mainstreaming zusammenpasst. Diese völlig verquere und menschenfeindliche Ideologie vertreten die GRÜNEN selbstredend. Denn wer weiß, vielleicht entscheidet sich Jürgen Trittin aus seiner Geschlechter-Rolle auszubrechen und im kurzen Schwarzen Wahlkampf zu betreiben.

Ein kurzer Überblick über das bisherige Wirken der beiden Kandidaten.

Göhring-Eckardt ist ein Kind der DDR. In schwierigem Umfeld hat sie sich dennoch bereits in jungen Jahren in der evangelischen Kirche engagiert. Das war ohne großen Mut und einer moralischen Grundfestigkeit in diesem Unrechtsstaat sicher nicht zu schaffen. Für typisch GRÜNES Sektierertum ist sie nicht zu haben, sie ist nach wie vor fest in der Kirche verankert. Wählbar auch für die Mitte.. Ihre Wahl durch die GRÜNE Basis zeigt, dass es dort Reste von Verstand, wenn nicht sogar so etwas wie konservativem Gedankengut gibt.

Anders Jürgen Trittin. Er ist ganz Kind des fetten West-Wohlstands. Studium zum Sozialwirt, während es Studiums Mitgliedschaft beim kommunistischen Bund. Er hat eine klassische GRÜNE Karriere durchlaufen und ist durch GRÜNE Ämter- und Mandatbesonderheiten in manches Amt gespült worden.

Ältere haben noch vor Augen, wie er und seine Fraktion beim spontanen Singen der Nationalhymne nach Maueröffnung im Bundestag demonstrativ sitzen blieb. Später hat er geäußert, dass die Hymne nie über seine Lippen kommen würde.  Das zeigt, welch Geistes Kindes er ist. So verwundert es nicht, dass es Trittin gar nicht schnell genug gehen kann, bis sein ungeliebtes Deutschland sich ganz und gar dem sozialistischen Europa hingibt. Mehrfach hat er die Einführung von Euro-Bonds gefordert, also das Schultern der Schulden Europas durch deutsche Steuerzahler. Sonst noch was? Trittin hat als Umweltminister maßgeblich an der Einführung des Dosenpfandes Mitschuld. Seitdem hat sich der Anteil Mehrwegflaschen fast halbiert. Dieser Mann ist eine Gefahr für unser Land.

***

Und dann war da noch die US-Wahl.

Die meisten Deutschen freuen sich über die Wiederwahl Obamas. Kaum jemand kann sich dem Charisma und seiner predigerhaften Art zu reden, komplett ganz entziehen.

Die USA erleben seit einem letzten Jahrzehnt einen wirklich atemberaubenden Abstieg. Ein gerechter, aber von Beginn an falsch geführter Krieg in Afghanistan plus ein ungerechter, haarsträubend falsch geführter Krieg im Irak haben die Vereinigten Staaten an den Abgrund geführt. Nicht nur, dass beide Kriege verloren wurden, die finanzielle Belastung hat zu einer solchen Auszehrung des Landes geführt, dass die Staaten in Teilen auf 3. Welt Niveau gesunken sind. Die USA haben ihre Vormachtstellung nachhaltig und wahrscheinlich für immer verzockt. Zudem ist das Land tief gespalten. Was die Wahl aber nachhaltig gezeigt hat: Die jahrhundertelange Vorherrschaft der so genannten WASP-Eliten (White Anglo Saxon Protestantic) ist endgültig gebrochen. Entschieden haben die Wahl die Afro-Amerikaner und die Hispanics.

Für Deutschland hat die Wahl im Grunde wenig Bedeutung. Die Wiederwahl Obamas ist dennoch mit leichten Nachteilen für unser Land behaftet. Einem Obama kann man deutsche Truppen und Finanzhilfen (oder was auch immer gefordert wird) eben schwerer verweigern als einem Bush-Nachfolger Romney. Da Nord-Amerika seine Überdehnung nicht mehr alleine stemmen kann, werden diese Forderungen kommen. Das ist sicher wie das Amen in der Kirche.