Tiefe Verachtung fürs Volk

Und täglich grüßt das Murmeltier. Selbst dem Nachrichtensprecher gehen Zungenbrecher wie Europäischer Stabilitätsmechanismus oder European Financial Stability Facility fließend über die Lippen. Kann er ja auch täglich üben.

Griechenland braucht mal wieder viele Milliarden und am besten Gestern. Der griechische Finanzminister ist schon frech geworden, weil ihm das alles nicht schnell genug gegangen ist. Hat sein Parlament doch schon weitere Sparmaßnahmen beschlossen… Von Umsetzen war keine Rede, haben die Griechen auch gar nicht wirklich vor.

Die Konstruktionen zur Geldbeschaffung werden unterdessen immer abenteuerlicher, jeder Alchemist aus dem Mittelalter wäre neidisch über die Kunst, Dreck in Geld zu verwandeln.

Passend dazu eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Ein Ire hatte geklagt, weil er in der Finanzierung der Pleiteländer einen Verstoß gegen das Übernahmeverbot von Schulden sieht.

Begründung des Gerichts: Es werden gar keine Schulden übernommen. Es werden ja nur neue Kredite gegeben. Wenn die dann nicht mehr zurückgezahlt werden können, dann ist das was ganz anderes als eine Schuldenübernahme. Soll man über so was noch weinen oder kann man schon lachen?
Jede andere Entscheidung hätte einen direkt vom Stuhl gerissen. Da hätte sich die Brüsseler Diktatur ja selbst ins Knie schießen müssen.

Geld zu erfinden, also schlicht ungefragt Kredite auf Risiko der Steuerzahler zu vergeben, reicht für Griechenland jedenfalls nicht mehr.

Jetzt muss echtes Geld ins Feuer geworfen werden. Deutschland und andere Geberländer verzichten auf Zinsen für frühere Kredite, Kosten: ca. 3 Milliarden Euro an entgangenen Gewinnen nur für unser Land.

Schäuble aber sagt, dass koste den Steuerzahler keinen Cent.

Das in der Politik gelogen wird, ist nicht wirklich neu. Dass aber so offen das Volk für dumm verkauft wird, zeigt die tiefe Verachtung, die ein Herr Schäuble dem Volk entgegenbringt. Offenbar zu Recht, nirgendwo ist ein Keim des Widerstands in der Bevölkerung zu erkennen.